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Lars Kemnitz . Sönke “L’Man” Lehmann . Kämmer vs L’Man //

Als ich im Juli meinem guten Freund Sönke “L’Man” Lehmann in Berlin einen Besuch abstattete, nutzte ich die Chance, ein paar spontane Portraits zu schießen – auf dem Flugfeld in Tempelhof, wo dunkle schwere Wolken ein mögliches Unwetter andeuteten, und daheim in Mitte. Neben seiner Tätigkeit als IT-Manager arbeitet er kontinuierlich an seinen Fähigkeiten als DJ. Wie wenige von euch wohl wissen, einfach weil es hier kaum Thema war, haben wir gemeinsam vor gut sieben Jahren das Projekt Kämmer vs L’Man ins leben gerufen, wobei Kämmer mein Künstlername ist. Lange Zeit basierte es vor allem auf seltenen, aber wiederkehrenden Gelegenheiten zum DJing inklusive der jährlichen Mix-Reihe 24 SESSION.

Irgendwann begann ich, mich fürs Produzieren elektronischer Musik zu begeistern. Und lange haderte ich mit mir und meinen Tracks und überhaupt mit der Idee des Produzierens. Vor mehr als drei Jahren dann gründete ich ein eigenes Netlabel namens echolot, das im ersten Jahr mit zwei Releases aus eigener Feder versorgt wurde. Dann schlief es leider etwas ein. Doch glücklicherweise wird es demnächst wieder aufwachen können mit einem tollen neuen Release eines Freundes und Label-Neuzugangs. Mehr dazu dann bei Zeiten. Bei all dem war der L’Man immer ein Teil des Ganzen. Und mittlerweile haben sich seine DJ Skills und meine Production Skills soweit entwickelt, dass wir Lust haben, mehr zu machen. Was das sein wird und wie, wissen wir selbst noch nicht. Nur dass wir’s wollen.

Von daher freuen wir uns natürlich über neue Hörer. Es haben sich in den vergangenen Jahren viele sehr sehr schöne Live Mixes angesammelt, die bei Mixcloud und auf unserer frisch überarbeiteten Website auf Neugierige warten. Alle Aufnahmen aus obiger Serie finden sich auch auf www.kemnitzkannenberg.com.

Erik Madigan Heck . Katrin Thormann . Harper’s Bazaar UK //

Wie zwischen Sommer und Herbst fühlt es sich derzeit an, wenn ich vor die Haustür trete. Dabei lag ich vor zwei Wochen noch im Liegestuhl am Meer. So schnell kann’s gehen. Und doch bleibt Hoffnung auf einen angenehmen Spätsommer. Vielleicht im September, wie wär’s? Naja, passend dazu hatte ich obiges Editorial zurückgelegt, dass den Spagat zwischen den Saisons ganz gut verkörpert, wie ich finde. Bei einigen Aufnahmen gewinnt man den Eindruck, auf einer sommerlichen, impressionistischen Blumenwiese zu weilen, die Renoir nicht besser hätte malen können. Auf anderen wiederum scheint es, als sei die Luft doch schon etwas kühler geworden. Alles umhüllend, auch die bezaubernde Katrin Thormann, legt sich ein Blütenteppich, der sich anschickt, mit aller Kraft jeden Zweifel zu vertreiben, dass bald Herbstzeit naht. Und wer könnte dies besser in Szene setzen und festhalten als Erik Madigan Heck, dessen Aufnahmen hier unter dem Titel “Into the Woods” in der neuen Harper’s Bazaar UK erscheinen. En gros betrachtet, fängt’s durchaus irgendwann an vor den Augen zu flimmern, aber Aufnahme für Aufnahme betrachtet, offenbart sich die Schönheit im Detail. Eriks Portfolio findet ihr hier: www.maisondesprit.com.

Geordie Wood . Ashley Smith . Tidal Magazine //

Kürzlich entdeckte ich diese Serie an Portraits des Topmodels Ashley Smith, die in der ersten Ausgabe eines neuen Magazins erschienen sind. Viel zu recherchieren gab’s nicht zum Tidal Magazine. Deutlich mehr jedoch zum Mann hinter den Aufnahmen: Fotograf Geordie Wood, Endzwanziger aus der Bostoner Vorstadt, der zuerst Fotojournalismus studiert hatte, bis er merkte, dass ihm die Wege zu eingefahren, die Lehre zu akademisch und die Arbeitsweise nicht kreativ genug waren. Also begann er erneut und landete schließlich unvermutet, aber überglücklich als Photo Editor bei The FADER, der Musikbibel aus New York, die seit 1998 immer wieder ein gutes Händchen beweist und jene in den Fokus rückt, aus denen später einmal Stars werden. Da The FADER so gut wie nie auf Stock-Fotografie zurückgreift, werden alle Features in Auftrag gegeben. Geordie kümmert sich um all dies und übernimmt auch selbst den einen oder anderen Job, wobei er seine Dienste dem Magazin nur in Teilzeit zur Verfügung stellt. Den Rest seiner Zeit widmet er eigenen Kunden und erledigt Aufträge für viele namhafte Publikationen.

Ich mag seine Bildsprache sehr. Sie hat mich sofort fasziniert. Auch für The FADER gibt es großartige Serien u.a. von A$AP Rocky oder King Krule. Das Tidal Magazine bringt nun Aufnahmen, die in Richtung Fashion deuten, aber auch eine private Seite des Topmodels zeigen und dabei vom Look her ganz “made in USA” daherkommen. Wer mal stöbern will, was es noch zu entdecken gibt, dem sei Geordies Portfolio empfohlen: www.geordiewood.com. Die Seite von The FADER findet ihr hier: www.thefader.com. Und das Tidal Magazine gibt’s hier: www.tidal-mag.com.

Lars Kemnitz . India Roth . Schauspielportraits //

Heute wieder in eigener Sache: Denn im Juni durfte ich eine ganze Reihe neuer Portraits von und für eine liebe Freundin von mir schießen, die Schauspielerin India Roth. Dass ich diese Reihe sehr mag, liegt vermutlich daran, dass die unterschiedlichen Orte und Outfits sich so harmonisch zusammenfügen, man unbekümmert Fotos kombinieren kann, ohne dass ein Bruch entsteht. Und dabei ergeben all die verschiedenen Facetten letztendlich einen Gesamteindruck, der viel über die Persönlichkeit und das Potential verrät. Dass die Aufnahmen darüber hinaus auch ästhetisch gelungen sind, macht für mich als Fotografen die Sache rund. Und happy macht’s auch, freilich. Wer also mehr über India erfahren will, dem lege ich ihre Website ans Herz: www.indiaroth.de. Noch mehr Fotos aus dieser Reihe findet ihr ab jetzt auf www.kemnitzkannenberg.com.

Boe Marion . Lykke Li . ELLE Sweden //

Als ich heute seit Längerem aus reiner Neugier wieder das Portfolio des norwegischen Duos Boe Marion aufrief, hielt es mich etliche Minuten fasziniert am Scrollrad – die schiere Schönheit und Kunstfertigkeit der letzten Arbeiten, die dort zu sehen sind, ist außergewöhnlich. Und es zeigt sich erneut, dass Mode immer erst durch die Inszenierung zu leben beginnt. Bei Boe Marion entsteht rund um Mode ein visueller Rausch, der sich aus Farben, Texturen, Kompositionen, Lichtstimmungen und Orten speist, die allesamt nur gemeinsam ein Bild komplettieren. Doch dieses Bild hat dann eine Urkraft, die es vermag, den Blick des Betrachters zu fesseln. Fotografie mit Mitteln der Malerei und umgekehrt – übergangslos ergänzt das eine das jeweils andere. Obiges Editorial aus der Mai-Ausgabe der schwedischen ELLE mit der dunklen Pop-Fee Lykke Li, deren Erscheinung ja oft etwas Unerklärliches umweht, war es mir Wert, es, obgleich nicht ganz aktuell, hier und heute zu posten. Gerade weil alle Zutaten, wie eben aufgezählt, so zusammenwirken, dass es ein Fest fürs Auge ist. Mehr davon hier: www.boemarion.com.

Lars Kemnitz . S/W – Ab jetzt erhältlich auf selekkt.com //

Mit Freude kann ich mitteilen, dass mein Bildband “S/W” ab jetzt beim Online-Shop selekkt.com erhältlich ist. Es sind nur wenige Exemplare der streng limitieren Auflage verfügbar, die auf jeden Fall nicht nachgedruckt wird. D.h. wer zuerst kommt, hat die besten Chancen. Alle Exemplare sind von mir eigens signiert und handnummeriert worden. Der Versand bei selekkt.com erfolgt nur innerhalb Deutschlands. Falls außerhalb Deutschlands Interesse besteht, gerne eine Mail an mich schreiben: shop@larskemnitz.com.

Hier geht’s zum Shop: selekkt.com/lars-kemnitz-s-w.html. Dort finden sich auch detailliertere Infos zum Bildband sowie Preis und Versandkosten. Beide in “S/W” enthaltenen Serien – sowohl “Sommer" als auch "Winter" – kann man komplett auf unserer Kemnitz+Kannenberg Website einsehen. Und hier im Fundbureau erschienen bisher folgende Beiträge zum Thema – für alle, die gerne nachlesen möchten, was mich zu diesem Projekt bewegt hat: Teil 1 und Teil 2. Ich würde mich über fleißiges Sharing freuen!

Tim Walker . “Wizard” . LOVE Magazine //

Was wäre eine Ausgabe des LOVE Magazine, der britischen Independent Modebibel von Katy Grand, ohne einen Beitrag von Tim Walker, jenem kreativen Genie, dem offensichtlich niemals seine eigenwilligen Ideen auszugehen scheinen? Kaum denkbar! Daher pflege ich hier im Fundbureau die gute und absolut begründete Tradition, jeden dieser Beiträge vorzustellen.

Die Herbst/Winter-Ausgabe steht nun vor der Tür und ist wieder bis zum Zerbersten vollgestopft mit allerlei ausgezeichnetem visuellen Futter. Tim Walker steuert dieses Mal eine umfangreiche Serie bei unter dem Titel “Wizard”. Und so sucht man gleich den Zauber, das Magische, das der Titel verspricht und das sich an manchen Stellen zweifellos finden, an wiederum anderen mit Fantasie vermuten lässt. Als blicke man durch ein Fernrohr in eine fremde, ja schwer erklärbare Welt; Walker spielt mit Sehgewohnheiten, mit bekannten (biblischen) Symbolen, mit dem Reiz der Unschuld, der Opulenz der Mode und mischt eine Prise skurrile Britishness und jene Motive bei, die sich durch sein gesamtes Werk ziehen, wie beispielsweise die Faszination für Puppen. Er nutzt die Freiheit, die man ihm gibt, zur Gänze aus. Und so entsteht immer ein Reigen, der sich besonders durch seine Vielschichtigkeit, seine Vielseitigkeit und den Mut zu gelegentlichen, bewussten, stilistischen Brüchen von all dem abgrenzt, was man anderswo her kennt. Und dabei bedarf es auch gerne eines Umfangs von 20+ Doppelseiten, um das Füllhorn vollends zu entleeren. Die komplette Serie gibt’s in der neuen Ausgabe des LOVE Magazine, das Portfolio im neuen Gewand hier: www.timwalkerphotography.com.

Erik Madigan Heck . Guinevere van Seenus . “The High Priestess” . Creem Magazine //

Neulich stieß ich auf ein überaus kunstvolles Editorial in der neuesten Ausgabe des Creem Magazine. Es stellte sich heraus, dass es sich eigentlich um einen Film handelt, den Fotograf Erik Madigan Heck für und mit Model Guinevere van Seenus in und um ein altes Anwesen in Upstate New York gemacht hat. Dieser Film wiederum ist eigentlich eine Collage aus Fotos, Musik und gesprochenem Wort. Auf Altniederländisch wird ein Gedicht von Jan Luyken vorgelesen, während ein Rework von Arvo Pärts “L’Abbé Agathon” erklingt. Und Pate für diese dichte, unheimlich wirkende Serie stand die Legende um Päpstin Johanna, eine gelehrte Frau, die sich als Mann ausgegeben und als Papst amtiert haben soll. Handfeste Beweise in der Geschichtswissenschaft gibt es dafür kaum. Umso mehr eignet sich dieser Stoff als hervorragende Inspirationsquelle, so muss sich das auch Erik Madigan Heck gedacht haben. Der Mann ist ohnehin gut im Geschäft derzeit. Und dennoch erkennt man stets seine Handschrift, der er treu bleibt – ganz gleich, ob es sich um ein freies Projekt oder eine kommerzielle Arbeit handelt. Auch hier im Fundbureau habe diesen Herren schon vorgestellt (nachzulesen hier und hier). Den Film könnt ihr entspannt bei Nowness sehen und das Portfolio gibt’s hier: www.maisondesprit.com.

Camilla Åkrans . “Rush Hour” . Vogue Deutsch //

Radfahren ist cool. Daran führt kein Weg vorbei. Nicht nur, weil es die Umwelt schont und die eigene Ertüchtigung erfordert und deshalb gut für den Körper ist, nein, sondern auch aus Gesichtspunkten, die weitaus weniger wichtig wären. Denn theoretisch kommt man auch mit dem ältesten Drahtesel überall an, doch das Rad ist in der modernen, urbanen Welt auch ein Ausdruck des Stils, eine Art neues Statussymbol. Es ist auf jeden Fall viel mehr als nur ein schnödes Fortbewegungsmittel. So wie Kleidung auch mehr ist als nur schützender Stoff. Dass man eher selten derart cool daherradelt wie Hilary Rhoda im von Camilla Åkrans fotografierten Editorial für die neue, gerade erschienene August-Ausgabe der deutschen Vogue, spielt dabei keine Rolle. Wer möchte schon Aufnahmen von Radlern mit Helm und Regenhose und Fahrradkorb und in einer Modebibel sehen? Hier geht’s um Stil. Hier wird das Rad zum Fashion Statement. Outfit und Rad bilden eine Einheit, der urbane Raum die Bühne für dieses Schauspiel. Der Titel “Rush Hour” hat nebenher rein konzeptionell nichts mit der kultigen Film-Reihe zu tun, ist wohl als Erinnerung daran zu verstehen, dass man eben doch per Velo oft schneller am Ziel ist.

Die aktuelle Ausgabe der deutschen Vogue findet ihr am Kiosk und Camilla Åkrans wird vertreten durch Lundlund.

Craig McDean . Mia Wasikowska . Interview Magazine //

Nicht so lange ist’s her, dass ich die wunderbaren Aufnahmen von Elle Fanning zeigte, die Craig McDean für die Mai-Ausgabe des Interview Magazine gemacht hatte (siehe hier). In der kommenden August-Ausgabe gehört das Cover wieder Mr. McDean und vor seiner Kamera stand die nicht minder schöne und überaus talentierte Australierin Mia Wasikowska. Ich sah sie zuletzt im ruhig erzählten und atemberaubend bebilderten Film “Spuren” über die Aussteigerin Robyn Davidson, die durch ihre ambitionierte Reise zur Legende wurde. Doch im Grunde ist es jedes Mal eine Freude, sie auf der Leinwand erleben zu dürfen. Seit “Alice im Wunderland” spielte sie in einer Reihe an bemerkenswerten Streifen mit, oft an der Seite bekannter Namen. Dass sie dennoch gerne daheim in Down Under ist, wo die Glitzerwelt Hollywoods ihr wenig anhaben kann, spricht für jemanden, der nicht abgehoben ist. Im Gegenteil: geradezu schüchtern. Und dabei kraftvoll und fokussiert wirkt. Zerbrechlich und stark zugleich. Und immer auch einen Hauch rätselhaft. Craig McDean inszeniert Mia Wasikowska hier in einem modernen, glatten, ja reduzierten Ambiente in ebensolchen Outfits. Schlichtheit und Eleganz gepaart mit Coolness und einem Blick, dem man nicht widerstehen kann. Die komplette Strecke gibt’s in der neuen August-Ausgabe, mehr zu lesen auch hier: www.interviewmagazine.com. Und Craig McDean findet ihr u.a. bei Art+Commerce.

Johannes Löwe . Selfie-Projekt Berlin . ZEITmagazin //

Das Selfie ist voll im Trend. Gemeint ist ein schlichtes Selbstportrait. Eigentlich nichts Neues, schon die Alten Meister haben von sich selbst Gemälde angefertigt. Und schon immer waren es Interpretationen des Selbst, Bilder von einem Ich, wie es sich sehen möchte respektive wie es von anderen gesehen werden will. Demnach zeigt ein Selfie nicht unbedingt die ganze Wahrheit, sondern nur eine Inszenierung. Jeder bestimmt, wann und in welcher Situation er/sie sich fotografiert. Dann wird das schnelle Werk oftmals durch einen Filter aufgehübscht und den Freunden, den Fans via soziale Netzwerke präsentiert. Das soll Nähe erzeugen. Obgleich sich mancher vielleicht gerade auf einem anderen Kontinent aufhalten mag, wenn ein Selfie aus dem Freundeskreis online gestellt wird, so fühlt man sich trotzdem nah. Teilhabe am Leben der anderen – das ist nicht nur Grundgedanke von sozialen Netzwerken insgesamt, sondern trifft auch auf Selfies zu.

» Mit einer Digitalkamera hätte es nie funktioniert. Da sieht man ja gleich das Bild, was man gemacht hat, und kann es löschen. «

– Johannes Löwe

Anlässlich der aktuellen ausklingenden Berliner Modewoche hat das ZEITmagazin das Selfie zum großen Thema gemacht – einer Konferenz und ihres Heftes, das gestern erschienen ist. Daraus stammen auch obige Aufnahmen, die wiederum aus dem Archiv des Fotografen Johannes Löwe entliehen sind. Dieser hat, als das Selfie an sich und als Begriff noch nicht geboren war, Freunde und flüchtige Bekanntschaften im Berliner Nachtleben gebeten, ein Selbstportrait von sich zu machen. Dafür hatte er immer eine analoge Kamera mit Schwarz/Weiß-Film dabei. Dies war essentiell, denn wäre es eine digitale Kamera gewesen, so hätte jeder gleich sein Foto sehen wollen. Man hätte misslungene Fotos sofort löschen können. Das war aber nicht Sinn der Aktion. Löwe sagt dazu: “Diese Bilder, das ist mein persönliches Berlin. Die Menschen, die für mich diese Stadt ausmachen.”

Mehr Fotos von Johannes Löwe gibt’s im aktuellen ZEITmagazin Nr. 23/2014 oder online hier oder im Portfolio von ihm unter: www.johannesloewe.com. Ich mache mich jetzt auch auf nach Berlin, also bis nächste Woche! Genießt den Sonnenschein!

Lars Kemnitz . Heidrun Fiedler . Schauspielportraits //

Im April und Mai hatte ich die große Freude, in zwei Sessions neue Portraits für eine liebe Freundin von mir zu schießen, die Schauspielerin Heidrun Fiedler. Klassische Locations in der Hamburger HafenCity wurden durch lebendige und äußerst geschmackvolle Orte in Wilhelmsburg ergänzt, dazu gefühlte ein Dutzend Outfits et voilà: ein abwechslungsreiches und sehr vielseitiges Potpourri an Aufnahmen ist entstanden und zeigt, was in ihr steckt. Wem der Name (noch) nichts sagt, dem sei die diesjährige Produktion der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg empfohlen. In “Unter Geiern – Der Geist des Llano Estacado” ist Heidrun in der weiblichen Hauptrolle als Mary Helmers an der Seite so erfahrener und bekannter Kollegen wie Christian Kohlund und Wayne Carpendale noch bis Anfang September zu sehen. Mehr Infos hier: www.karl-may-spiele.de.

Eine noch größere Auswahl an Fotos ist ab jetzt auf www.kemnitzkannenberg.com verfügbar oder auf meiner Facebook Page: www.facebook.com/larskemnitzphotography. Heidrun Fiedler wird vertreten von Agentur Gehrmann: www.agentur-gehrmann.de. Und zuletzt noch ihre eigene Website: www.heidrunfiedler.com.

Truman Capote . Horst Diekgerdes . Palina Rojinski . Interview Deutsch //

» Frage: Als was würdest du gerne wiedergeboren werden?

Capote: Als Bussard. Er ist hässlich, ungeliebt, nirgendwo willkommen. Die Freiheit, die damit verbunden ist, hat viele Vorzüge. «

Einen Beitrag mit einem Zitat von Truman Capote zu eröffnen, ist durchaus famos. Und ganz insgeheim wollte ich’s eh schon lange. Aber aus aktuellem Anlass geschieht es genau jetzt, wo sich in der Juli/August-Doppelausgabe der deutschen Interview eine Auswahl von drei Geschichten des US-amerikanischen Exzentrikers befinden, die er 1979 fürs Magazin geschrieben hat, nachdem Andy Warhol ihn unter seine Fittiche genommen hatte. Es war eine Folge seines unvollendeten Romans “Erhörte Gebete”, dass er aus der höheren Gesellschaft verbannt wurde. Darin hatte er bisweilen schamlos Indiskretionen zum Besten gegeben. Von Alkohol und Drogen abhängig, sollte sein letztendlich kurzes Intermezzo bei Warhols Interview Magazine seinen Ruf rehabilitieren. Das klappte nicht wirklich. Doch viele dieser kurzen Geschichten, die als “Conversations with Truman Capote” veröffentlicht wurden, sind mittlerweile legendär. Peter Praschl, Executive Literary Editor von Interview, hat erwähnte drei Geschichten ausgesucht und neu übersetzt ins Deutsche. Könnte es eine bessere Sommerlektüre geben? Nein, tatsächlich nicht!

Neben Capote widmet sich die Doppelausgabe u.a. einer Frau, die man auf obigen Fotos z.T. vermutlich gar nicht erkennen dürfte, weil Horst Diekgerdes hier so schlichte, so elegante und zeitlose Portraits von ihr geschossen hat, die sie zeigen, wie man sie noch nicht gesehen hat: Die Rede ist von Palina Rojinski. Die gebürtige Russin ist ein wahrer Tausendsassa: Moderatorin, Schauspielerin, DJane, Stilikone. Ihre bunten und eigenwilligen Outfits ließ sie für dieses Shooting daheim. Doch wer an ein oberflächliches Modepüppchen denkt, liegt komplett falsch. Eine Frau mit Power (daher wohl auch der Künstlername als DJane “Palina Power”) und Köpfchen. Bei MTV Home nahm alles seinen Lauf. Mittlerweile moderiert sie vieles, ihr neuestes Format heißt “Offline”, läuft demnächst an im TV. Auch bei “Got to Dance” ist sie am Start. Eigentlich ist sie omnipräsent, ein Kind des Internets und des Medienzeitalters. Eine lebensfrohe Persönlichkeit. Grund genug für die deutsche Interview sie aufs Cover zu holen.

Capote & Rojinski sind für mich ein erstes Traumduo des anstehenden Sommers. Jedenfalls gefällt mir diese Doppelausgabe sehr sehr sehr. Und wer Capote offline lesen will, der sollte sich die limitierte Sammlerausgabe sichern (mit reduziertem Schwarz/Weiß-Cover). Alle anderen dürfen zur normalen Ausgabe greifen (farbiges Cover). Und so schließe ich mit den Worten von Editorial Director Bernd Runge: “Leben Sie reich!”

Hier geht’s zur Website der deutschen Interview: www.interview.de.

Lars Kemnitz . Christian R. Meyer . Schauspielportraits//

Neue Portraits aus meiner digitalen Dunkelkammer – vor ein paar Wochen war ich mit dem äußerst begabten Schauspieler und Filmemacher Christian R. Meyer, einem guten Freund, unterwegs, um neue offizielle Schauspielportraits zu schießen. Dabei stand seine Vielseitigkeit im Vordergrund.

Welche Facette seines Selbst möchte man zeigen, was bietet man Castern an, in welcher Rolle sieht man sich – früher oder später muss jeder Schauspieler sich diese Fragen stellen. Dafür ist eine gewisse Selbstkenntnis unerlässlich, aber auch der Blick von außen hilfreich.

Schauspielportraits kann man so oder so machen – was richtig ist, liegt oft im Auge des Betrachters. Und so geht es weniger um kunstvolle oder originelle Fotografie, sondern mehr um Authentizität. Die Person spürbar machen, sie zeigen, wie sie ist. Klingt einfach, ist es aber nicht. Daher taste ich mich langsam heran ans Metier, in naher Zukunft werde ich noch mehr in diese Richtung an dieser Stelle zeigen. Einfach weil’s spannend ist und man sieht, wie kleine Veränderungen an der Frisur oder der Kleidung einen anderen Menschen vor die Linse zaubern können beziehungsweise die Wahrnehmung beeinflussen. Irre. Das ist im besten Fall so glaubhaft, dass kein Caster widerstehen kann. Viel Fantasie ist dann nicht mehr nötig. Und genau darum geht es letztendlich.

Neues von mir findet ihr auch immer ganz frisch auf meiner neuen Facebook Page: www.facebook.com/larskemnitzphotography. Und die Website von Christian ist folgende: www.christianrmeyer.com.

Silja Magg . Ashley Smith . unFLOP Paper //

Aus der bald erscheinenden Nummer 6 des italienischen unFLOP Paper, das sich zweimal jährlich mit zeitgenössischer Kultur auseinandersetzt, stammen diese Aufnahmen, jedenfalls z.T. Fotografin Silja Magg, in New York wohnhaft, inszenierte Supermodel Ashley Smith ganz lässig mit Kippe, Perücke und Sträflingsshirt in einem Editorial, das zwischen den Polen Fashion, Portrait und Homestory liegt. Frech, authentisch, sexy – eine schöne Mischung aus inszenierten Posen und Momenten, die so ganz nebenher fotografiert wirken. Viel natürliches Licht, viel Schwarz/Weiß – da werde ich schwach. Und bei der Fotografie von Silja Magg ohnehin und schon länger. Ich mag ihren Stil einfach. Wer auf den Geschmack gekommen ist und mehr sehen will, hier: www.siljamagg.com. Auf dem Laufenden bleibt man beim unFLOP Paper am besten via Facebook: www.facebook.com/unFlop.