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Driu & Tiago . Ward Ivan Rafik . Rika Magazine //

Druckfrisch – die neue Herbst/Winter-Ausgabe des Rika Magazine. Und wie immer äußerst vielversprechend. Um einen ersten Blick ins Heft gewähren zu können, musste ich mich für zwei Produktionen entscheiden, die sich in ihrer schlichten Klarheit nahestehen und dennoch die jeweils individuelle Handschrift ihrer Macher tragen. Zuoberst inszenierte das Duo Driu Crilly & Tiago Martel das Model Liya Kebede, unten zu sehen sind dann die Aufnahmen, die der in Paris arbeitende, ehemalige Peter-Lindbergh-Assistent Ward Ivan Rafik von Aymeline Valade schuf. Beide Models zieren auch jeweils eines der insgesamt sieben verschiedenen Cover der neuen Ausgabe. Zweifelsohne handelt es sich bei beiden Produktionen um lupenreine Modestrecken, dennoch bleibt genug Raum für Persönlichkeit, für Momente, die mehr zeigen als nur Mode. Dabei schwingt bei Driu & Tiago eine Nachdenklichkeit mit, der bei Ward Ivan Rafik ein lässiges Selbstbewusstsein gegenübersteht.

Ich bin gespannt, die neue Ausgabe in den Händen halten und genüsslich blättern zu dürfen. Sie müsste dieser Tage am Kiosk erhältlich sein. Das Portfolio von Driu & Tiago findet ihr hier: www.driuandtiago.com. Und Ward Ivan Rafik zeigt hier seine aktuellen Arbeiten: www.wardiwanrafik.com.

Kristian Schuller . “Tales for Oskar” //

Geradezu unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit hat Kristian Schuller sein zweites Buch veröffentlicht: “Tales for Oskar”, das beim Brandstätter Verlag Anfang Oktober erschienen ist. Während sein Erstling “90 Days One Dream” noch mit dem medialen Rückenwind seiner Tätigkeit als TV-Juror bei “Germany’s Next Topmodel” publiziert wurde und ja auch thematisch diese für ihn einmalige Zeit verarbeitet, kehrt er mit “Tales for Oskar” zu dem zurück, was er heute ist: einer der besten und definitiv kreativsten deutschen Modefotografen.

In der Opulenz und Vielfalt seiner Arbeiten kann man sich verlieren. Die Farben bestechen in ihren Nuancen und ihrer Präsenz, die Inszenierungen sind nie Understatement, sondern eher das Gegenteil. Aber mit Stil, mit Gefühl fürs feinste Detail. Das Auge ist gut beschäftigt und entdeckt immerzu Neues. Ich kann mich der Faszination, die von Kristian Schullers Fotos ausgeht, nicht entziehen. Und um ehrlich zu sein, ich bewundere ihn dafür, dass er sich und seinen Ideen so treu bleibt. Nicht ganz überraschend daher, dass gerade seine Shootings traditionell zu den Highlights in Heidi Klums Casting Show gehören. Kaum ein anderer der dort regelmäßig gastierenden Fotografen hat diesen Esprit und erreicht dieses Niveau (außer Rankin, obgleich dieser sich zunehmend in seiner Perfektion zu verlieren droht).

Zu Gute kommt Schuller zudem, dass seine Frau Peggy fast alle Kleider selbst entwirft, die man in seinen Fotos bewundern darf. Und dass sein Bruder Hannes als begnadeter Set-Designer sein Geld verdient. Eine wahre Familienangelegenheit also. Ich selbst werde mir dieses wunderbare Buch auf jeden Fall nur zu gerne ins Regal stellen. Gleich neben den Erstling. Es gibt kein Fotobuch, das ich aktuell mehr empfehlen würde.

Infos und Portfolio von Kristian Schuller findet ihr hier: www.kristianschuller.com.

500 Beiträge! Kaum zu glauben, aber auch ich habe es nun geschafft. Und stolz darf ich zu Protokoll geben, dass sich unter diesen 500 Beiträgen kein einziger Reblog befindet. Kein animiertes GIF. Keine schmutzigen Bildchen. Alles wofür Tumblr seinerzeit (und heute noch) bekannt war (und ist). Wenn man sich Wort für Wort aus der Hüfte leiern muss, oftmals mit Begeisterung, manchmal etwas schwerfällig, meistens spät abends, dann sind 500 Beiträge ein Meilenstein, der für mich, als ich hier anfing, in unerreichbarer Ferne stand. Auf geht’s zu neuen Zielen, danke an euch, die ihr hier fleißig schaut und lest und meinem Fundbureau seinen eigentlichen Sinn gebt!

500 Beiträge! Kaum zu glauben, aber auch ich habe es nun geschafft. Und stolz darf ich zu Protokoll geben, dass sich unter diesen 500 Beiträgen kein einziger Reblog befindet. Kein animiertes GIF. Keine schmutzigen Bildchen. Alles wofür Tumblr seinerzeit (und heute noch) bekannt war (und ist). Wenn man sich Wort für Wort aus der Hüfte leiern muss, oftmals mit Begeisterung, manchmal etwas schwerfällig, meistens spät abends, dann sind 500 Beiträge ein Meilenstein, der für mich, als ich hier anfing, in unerreichbarer Ferne stand. Auf geht’s zu neuen Zielen, danke an euch, die ihr hier fleißig schaut und lest und meinem Fundbureau seinen eigentlichen Sinn gebt!

Tim Walker . “In a Silent Way” . Vogue Italia //

Hola, amigos. Siesta ist vorbei, die Türen sind wieder geöffnet. Koffer ist entleert, erster Schock über Herbstlaub und frühe Dunkelheit verdaut, Posteingang um eine Menge unsäglicher Spam-Zusendungen bereinigt: Zeit fürs Fundbureau! Da ich, anders als viele andere Blogger-Kollegen, nicht im Vorweg eines Urlaubs Beitrag um Beitrag vorschreibe – dafür fehlt mir die Muße (und fast immer die Zeit) – herrschte hier Stille. Ich bitte um Nachsicht. Und gelobe Besserung in den kommenden Wochen. Allzu viel verpasst an spannenden neuen Editorials habe ich anscheinend nicht, wie ein erster Blick auf einschlägige Portale zeigt. Aber schlimm ist das nicht. Ich habe auch selbst noch bisschen was Neues in petto.

Demnächst gibt’s den obligatorischen Reisebericht, vermutlich wieder in mehreren Teilen der Fotos wegen, die heiße Phase in der Erarbeitung meines Kalenders für 2015 steht an (es sei nur so viel verraten, dass alles ganz anders kommen wird, als ursprünglich geplant) und einige schicke Portraits habe ich noch in der Warteschleife. Darüber hinaus dürfte es die eine oder andere Buchvorstellung geben und natürlich wie gewohnt ausgewählte aktuelle Produktionen. Meine vormals dieses Jahr angekündigten Beitragsserien sind nicht vergessen, darf ich euch beruhigen, irgendwann (ich hoffe bald) muss es ja damit losgehen. Ich weiß nur noch nicht wann :)

In meiner Abwesenheit erschienen ist ein Editorial von einem alten Bekannten: Tim Walker. Für die Oktober-Ausgabe der Vogue Italia kreierte er Fotos, die faszinierend sind, wie ich finde, weil sie sich dem Betrachter nicht wirklich offenbaren. Zu sehen sind Interieurs, reich ausgestattet, etwas abgestanden, eine junge Frau als Puppe und eine Puppe als Frau. Das Szenario gibt Rätsel auf. Besonders die auffällige Fischaugen-Perspektive löst Unbehagen aus, macht den Betrachter zum stillen Beobachter, der alles sieht und dennoch nichts weiß; der dem stummen Treiben zusehen muss. Eine Geschichte ganz à la Tim Walker.

Wer das Portfolio studieren möchte, gerne hier: www.timwalkerphotography.com. Die Vogue Italia gibt’s am Kiosk.

Bryan Adams . Aline Weber . ZOO Magazine //

Als ich neulich jene Fotos lobte, die Bryan Adams vom unvergleichlichen Christoph Waltz für die aktuelle Herbst-Ausgabe des ZOO Magazine angefertigt hat, da gab ich bereits das Versprechen, auch diese Serie zum Thema zu machen, die das Model Aline Weber zeigt. Eine enge Gasse zwischen Backsteinhäusern, eine alte Halle, die ganz den postindustriellen Charme versprüht, den wohlhabende New Yorker an ihren gentrifizierten Vierteln schätzen – das Setting ist hart, aber die Fotos sind sinnlich, sind lässig, sind schlichtweg stark.

Mit diesen Worten belasse ich’s vorerst, ich könnte freilich noch ausführlicher werden, aber manchmal genügt es, sich aufs Genießen zu beschränken. Genießen werde ich auch ein paar Tage des Urlaubs, deswegen wird hier im Fundbureau Stille einkehren. Wem trotzdem langweilig ist, zu schauen und zu lesen gibt’s genug. Stöbert ein wenig oder entspannt bei herbstlicher Sonne. Bis demnächst, adieu!

Helena Christensen . Liv Freundlich . Vs. Magazine //

Wie die Mutter, so die Tochter. Wem mag diese und ähnliche Aussagen nicht bekannt vorkommen? Früher oder später wird der Vergleich gezogen und nicht selten steckt eine tiefe Wahrheit darin. Man mag es oft nicht glauben, wehrt sich, aber muss sich irgendwann eingestehen, dass es so ist. Vorher, besonders im Teenager-Alter sind die Widerstände gegen das, was Eltern verkörpern, besonders groß. Unbedingt anders sein wollen. Das ist vielerorts die Maxime. Doch nicht überall. Und nicht jedes Kind ist ein Rebell, nicht jedes Kind begehrt auf gegen scheinbare, elterliche Spießigkeit. Manchmal funktioniert das Verhältnis Eltern-Kind auch ganz gut.

So wie beispielsweise bei Hollywood-Schauspielerin Julianne Moore und ihrer Tochter Liv Freundlich. Zumindest wenn man dem glauben darf, was das Vs. Magazine in der aktuellen Herbst/Winter-Ausgabe schreibt. Mehrmals fällt das Wörtchen happy. Und schaut man sich die Aufnahmen an, die Helena Christensen von der 12-Jährigen gemacht hat, mag man auch nicht an eine Rebellin denken. Eher an eine Märchenprinzessin, die schon jetzt mit Hingabe in Mutters Kleiderschrank wildert und später Stylistin werden möchte. Verspielt, liebevoll und mit dem Blick für Momente und Stimmungen – Helena Christensens Weise Fotos zu komponieren und einzufangen, finde ich immer wieder beeindruckend. Zweifelsohne schwingt da stets eine nordische Melancholie mit, ein Hang zur Dunkelheit, doch gerade hier findet man von Letzterem wenig.

Das Portfolio von Helena Christensen findet ihr bei Tomorrow Management. Und die aktuelle Ausgabe des Vs. Magazine am Kiosk.

Kayt Jones . Matthew Frost . Kirsten Dunst . Vs. Magazine //

Kirsten Dunst gehört zweifellos zu jenen Schauspielerinnen, die nicht nur sehr hübsch und sehr talentiert sind, sondern auch eine Natürlichkeit besitzen, die sie sympathisch erscheinen lässt – obgleich ich keinen Beweis dafür anführen kann, weil ich sie nicht persönlich kenne. Kein großes Geheimnis ist ferner, dass Film und Mode Hand in Hand gehen, die Modeindustrie längst das bewegte Bild als Medium entdeckt hat, um Kollektionen zu präsentieren und das eigene Image zu pflegen. Glücklicherweise gibt es auch Modefilme, die mehr Kunst als Mode sind. Sogar solche, die tatsächlich filmisch sind, filmisch gedacht und gemacht. Allzu oft hängt Modefilmen zu Recht das Prädikat oberflächlich an, weil sie nicht über den schönen Schein, die hochglanzpolierte Ästhetik eines Videoclips hinausgehen. Optisch oh là là, aber inhaltlich – mon dieu – belanglos. Mangels Geschichte hinter den Bildern.

Das amerikanische Vs. Magazine riskiert jetzt in seiner Herbst/Winter-Ausgabe “A Cinematic View on Fashion and Culture”. Dafür setzte Kayt Jones Kirsten Dunst fotografisch in Szene, wie obige Aufnahmen zeigen. Der filmische Ansatz offenbart sich hier bereits offensichtlich.

Noch gelungener als diese Serie finde ich indes einen Kurzfilm von Filmemacher Matthew Frost, der schon zuvor durch tolle kleine Episoden mit noch tolleren Schauspielern auf sich aufmerksam machen konnte. Mit Kirsten Dunst gelingt ihm ein kritisch-ironischer Blick aufs Dasein als Berühmtheit in einer Ära, in der ein Selfie scheinbar über allem steht. Mit kleinen Gesten und dem perfekten Timing wird so aus einer netten Geschichte ein sehenswertes und kurzweiliges Stück Film.

Für alle, die das eingebettete Video nicht sehen können, hier geht’s zu Vimeo. Kayt Jones findet ihr hier: www.kaytjones.com. Und weitere Filme und Infos von Matthew Frost hier: www.matthew-frost.com. Die neue Vs. Ausgabe gibt’s am Kiosk und online: www.vsmagazinelive.com.

Christian R. Meyer . Lars Kemnitz . “EXPEDITION” . echolot netlabel //

Vor ein paar Wochen erwähnte ich das von mir 2011 ins Leben gerufene echolot netlabel vor dem Hintergrund, dass sich dort demnächst etwas tun würde. Und Tatsache, es hat sich was getan. Zum einen gibt’s eine komplett neue responsive Website, die optisch wie inhaltlich ins Jahr 2014 gebeamt wurde. Und zum anderen gibt’s seit heute ein neues Release, die Katalog-Nr. 003.

Es kommt von einem guten Freund, der hier kein Unbekannter mehr ist: Christian R. Meyer. Nicht nur Schauspieler und ambitionierter Filmemacher, sondern auch Komponist. Und so schrieb er 2013/14 eine Originalmusik für einen Kurzfilm, die jetzt in gemasterter Fassung das Herzstück des Releases bildet, das unter dem Titel “EXPEDITION” erscheint. Ein epischer Ritt in 14 Minuten, orchestriert von einem nicht vorhandenen Orchester. Beziehungsweise einem digitalen Orchester. Wer glaubt, in Hollywood würde noch für jeden Film aufwändig und kostenintensiv ein Orchester ins Studio gebeten, der irrt. Software, die auf hochwertigsten Samples basiert, ist im Stande, die perfekte Illusion zu erschaffen. Nur Puristen würden hier mäkeln.

Die B-Seite des Releases kommt mit einem Remix daher, für den ich Hand an die Originalmusik angelegt habe. Nur vereinzelte Ausschnitte sind teils übrig geblieben und in einer gestörten, atmosphärischen Klangmontage neu erwacht. Dazu gesellen sich ein mächtiges Bassfundament und gebrochene Beats. Der Weg ist hier ein spürbar elektronischer geworden, an dessen Rand aber immer wieder Erinnerungen ans Original auftauchen. Das ist nicht unbedingt was für die Großraumdisko, das soll’s auch gar nicht sein. Bei echolot steht vielmehr im Vordergrund, dass elektronische Musik anregen, inspirieren soll, gerne kantig und eigen sein darf. Wer glattgebügelte Popmusik will, der braucht eh nur das Radio einzuschalten. echolot ist für Liebhaber und Entdecker. Und dient als Plattform für meine Musik und die guter Freunde, die es zu fördern gilt. Das soll künftig auch weitergehen. Da bin ich bester Dinge.

Wer reinhören will, kann’s gleich hier machen. Mehr Infos gibt’s auf echolot.cc. Das Release steht ferner für jedermann zum kostenlosen Download bereit. Auch das ist echolot Prinzip.

Bryan Adams . Christoph Waltz . ZOO Magazine //

Es hat etwas gedauert, bis ich heute schließlich diese Fotos gefunden habe, die ich seit mehr als einer Woche unbedingt hier anbringen will. Bryan Adams selbst hat sie auf seiner Website geteilt. Welch Glück! Denn er ist es auch, der Christoph Waltz mit Schnäuzer für die frisch erschienene Herbst-Ausgabe des ZOO Magazine fotografierte. Es gibt meiner Meinung nach nur wenige große Schauspieler, die nicht nur durch ihr Können, sondern auch durch ihren Stil auffallen und gefallen. Waltz ist einer von diesen Wenigen. Er ist praktisch nie schlecht angezogen, hat seine Manieren trotz Weltruhm nicht ad acta gelegt. Vielleicht liegt’s an seiner österreichischen Herkunft, ist Wien doch nach wie vor ein seltener Ort, an dem man ohne Probleme einen Frack kaufen kann. Und an dem es auch Gelegenheiten genug gibt, diesen zu tragen.

Seit Längerem ist dies wieder eine Ausgabe des ZOO Magazine, die mich allein schon durch ihre Cover zu überzeugen weiß. Das mit Christoph Waltz gehört auf jeden Fall zur herbstlichen Regalbestückung. Das andere mit Aline Weber ist auch schick. Die zugehörige Strecke freizügig aber überaus ästhetisch ebenfalls von Bryan Adams inszeniert, werde ich demnächst hier zeigen. Wer’s nicht abwarten kann, der darf gerne auf Adams Portfolio stöbern: www.bryanadamsphotography.com. Das ZOO Magazine gibt’s am Kiosk und online hier: www.zoomagazine.com.

Theo Wenner . Taylor Swift . Rolling Stone //

Es ist ja kaum vorstellbar, wie es sich anfühlen muss als 7-fache Grammy-Gewinnerin mit mehreren Multi-Platin-Alben im Gepäck. Wie sollte man es auch wissen. Es ist ein Glücksfall. Und ohne Talent geht’s natürlich auch nicht. Aber wenn man an Taylor Swift denkt, dann wusste vor Jahren hierzulande niemand, wer dieses Country-Mädel dort drüben auf der anderen Seite des Atlantiks eigentlich ist. Und nun? Ja, nun steht die 24-Jährige vor einem Imagewechsel: Von der Country-Sängerin zum internationalen Pop-Star. Auch musikalisch. Ein neues Album kommt. Und auf das sei sie sehr stolz, wie sie Rolling Stone ins Heftchen diktiert. Und doch gibt’s da einen feinen Unterschied zu manch anderem Pop-Sternchen: Taylor ist ohne Skandal bis dato. Ihre Privatsphäre ist ihr heilig, nicht mal etwas mehr Haut darf es sein, wo andere sich gleich freiwillig entblättern. Daher sind diese Fotos, die – natürlich – Theo Wenner geschossen hat, fast eine kleine Sensation. Taylor Swift im nassen Shirt in sexy Posen am Strand. Wer hätte das gedacht? Und gut schaut’s aus. Dass dieses Shooting wahrscheinlich nur im Geheimen und mit einer ganzen Leibgarde an Sicherheitsmännern zu realisieren war, dürfte mehr als eine vage Vermutung sein. Wo sie auftaucht, sind gleich Fans, sind Verehrer, sind Verrückte. Wie es sich anfühlen mag? Laut eigener Aussage von Swift so frei wie nie. Aber das mag an der Perspektive liegen. Trotz allem: Spannend bleibt, ob der Wechsel ins Pop-Star-Business gelingt. Und bis dahin bleiben diese Fotos. Ein Behind-the-Scenes-Video gibt’s auch hier. Und die ganze Cover-Story bei Rolling Stone nachzulesen. Theo Wenners Portfolio ist nach wie vor folgendes: www.twenner.com.

Peter Lindbergh . Mariacarla Boscono . Vogue Italia //

» When the child was a child, it was the time of these questions. Why am I me and not you? Why am I here and not there? When did time begin, and where does space end? «

– Peter Handke, Wings of Desire

Kein Titel, nur ein Zitat. So beginnt die Geschichte, die Peter Lindbergh in der September-Ausgabe der Vogue Italia erzählt. Es ist eine besondere Ausgabe, die da anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Modebibel schlechthin erscheint. Und es ist eine besondere Geschichte, die Lindbergh hier mit Mariacarla Boscono inszeniert. In Sepia-Bildern transportiert sich eine tiefe Melancholie, Gefühle zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Wie in einem Stummfilm wird man stiller Beobachter eines Schicksals, entsprechende Untermalung mit Piano-Klängen möge man sich vorstellen. Es ist eine kraftvolle Geschichte, wie nur wenige sie erzählen könnten. Lindbergh tut es souverän. Und erinnern die Aufnahmen nebenbei an Reportagen aus vergangenen Zeiten, an menschliche Momente, wie sie beispielsweise die Magnum-Fotografen einfingen, so ist dies gewiss kein Zufall. Auch Lindbergh beherrscht die große Kunst alter Schule, mit einem Bild mehr zu sagen, als Worte es je können.

Die Jubiläumsausgabe der Vogue Italia liegt jetzt am Kiosk bereit. Und sie lohnt sich. Nicht nur wegen dieser Strecke.

Lars Kemnitz . Franziska Knoefel . Portraits //

Schon ein paar Monate her mittlerweile, aber im Juni fotografierte ich auf besonderen Wunsch hin zwei liebe und sehr gute Freunde von mir: Franzi & Christoph. Zumindest die Fotos von Franzi sind seit Wochen fertig und dürfen jetzt hier das heilige Blog-Licht erblicken, da ich finde, dass sie es allemal verdienen. Sie zeigen Franzi, die als Art Director arbeitet und das Buxtehuder Streetwear Label ELBstoff mitgegründet hat, so, wie ich sie seit unserer gemeinsamen Studienzeit her kenne: offen, sympathisch, immer gut gelaunt und eine positive Energie versprühend, die ungemein ansteckend wirkt. Wer will, kann auf meiner Facebook Page die komplette Reihe an Fotos sehen: www.facebook.com/larskemnitzphotography. Demnächst dann auch auf unserer Kemnitz+Kannenberg Website.

Patrick Demarchelier . Keira Knightley . Interview Magazine //

» Things really go quickly with me. I like to do the pictures before people get too self-conscious. I like to be spontaneous and get a shot before the subject thinks too much about it. «

Dieser Beitrag beginnt mit einem Zitat von Patrick Demarchelier, dessen Name so klangvoll ist, dass, wer um ihn nicht weiß, zumindest durch den Film “Der Teufel trägt Prada” eine Ahnung bekommen hat, wer jener Mann sein könnte. Fotograf nämlich. Einer der besten im Modebereich zweifelsohne. Wie Peter Lindbergh eine lebende Legende möchte man meinen. Und ja, Demarchelier steht hoch in der Gunst nicht nur von den Vogue-Chefinnen dieser Welt. Für die Photographer’s Issue des aktuellen Interview Magazine hatte er die britische Schauspielerin Keira Knightley vor der Kamera, die, wie sich im Gespräch offenbart, überrascht war von der Schnelligkeit, mit der er seine Fotos im Kasten hatte. Das Foto machen, bevor das Denken das Handeln zu sehr blockiert. Eine Sichtweise, die mir durchaus gefällt. Denn nicht selten sind spontane Aufnahmen die besten. Es fehlt die Zeit, sich zu inszenieren, und darüber nachzudenken, ob diese Inszenierung denn die richtige sei. Wahre Authentizität kann nur so entstehen. Das zwischenmenschliche Verständnis und – essentiell – Vertrauen spielt dabei ebenso eine Rolle. Gut zu sehen in obigen Aufnahmen, die in ihrer Schlichtheit eine Keira Knightley zeigen, wie man sie selten wahrnimmt. Und sie sich vermutlich auch.

» I’ve noticed that the people who started on film still have the ability to see the person in front of them. Whereas for a lot of photographers who have only ever worked in digital, the relationship between the photographer and the person who they’re taking a picture of sort of doesn’t exist anymore. They’re looking at a computer screen as opposed to the person. «

– Keira Knightley

Wer sich fürs komplette Gespräch der beiden interessiert, darf gerne hier nachlesen. Und wer überlegt, ob jemand wie Demarchelier für Nostalgie empfänglich sein könnte, dem dürfte nach der Lektüre klar werden: Eher nicht. Keira Knightley offenbart dafür charmant eine Schwäche fürs Romantische in der Fotografie, für den guten alten Film und für das, was mit diesem einherging: Eine Arbeitsweise, bei der Fotograf und fotografierte Person näher bei einander waren als es unter heutigen Umständen im digitalen Zeitalter möglich ist. Der Blick geht direkt aufs Display, es wird korrigiert und verworfen in Windeseile. Das gesteht auch der Meister. Nicht alles ist besser. Aber rückwärts zu gehen, kommt für ihn nicht in Frage. Das Heutige und das, was morgen sein wird, ist spannend. Es gäbe kein schöneres Schlusswort.

Da ich den Link zum Gespräch schon genannt habe, bleibt mir noch der Verweis auf die Print-Ausgabe am gut sortierten Kiosk. Und aufs Portfolio von Demarchelier: www.demarchelier.net. Und natürlich auf den aktuellen Kino-Film von Keira Knightley, der im Original “Begin Again” heißt und bei uns in Deutschland unter “If A Song Can Save Your Life” läuft. Ein hinreißendes Plädoyer für die Kraft der Musik und die Lust am Leben. Wer nicht zumindest leicht beschwingt oder mit einem Lächeln aus dem Saal geht, bei dem stimmt was nicht, würde ich ganz frech behaupten. Aber überzeugt euch selbst.

Peter Lindbergh . Léa Seydoux . Interview Magazine //

Zurück aus der Sommerpause eröffnet das Interview Magazine die Saison mit einer Photographer’s Issue, sprich einer September-Ausgabe, die sich ganz einigen großen Namen des Fachs widmet. Da wären beispielsweise Mikael Jansson und Craig McDean, auch Steven Klein und Mert & Marcus. Und natürlich Peter Lindbergh. Beweisen muss gerade er nichts mehr, im Gegenteil. Seine Aufnahmen der Supermodels aus den 90ern sind Ikonen, weltberühmt. Wie er, der Deutsche, der mit Kultur und Kunst erst spät in Berührung kam, weil es das Umfeld daheim einfach nicht hergab. Van Goghs Gemälde führten ihn über ein abgebrochenes Studium an der Berliner Kunstakademie und Jahre des Reisens durch Europa – u.a. nach Arles – schließlich zur Fotografie. Mode bot ihm den Vorwand, mit größtmöglicher Freiheit zu arbeiten und Veröffentlichungen in Magazinen zu bekommen. Erst kam die Werbung, dann kamen die Magazine. Und somit auch sein Durchbruch.

» Photography gives you the opportunity to use your sensibility and everything you are to say something about and be part of the world around you. In this way, you might discover who you are, and with a little luck, you might discover something much larger than yourself. No? «

In dieser Photographer’s Issue durfte die französische Schauspielerin Léa Seydoux ihr Talent als Fragestellerin beweisen im persönlichen Gespräch mit ihrem Fotografen. Das ist ungewöhnlich, aber für diese spezielle Ausgabe eine schöne Idee, wie ich finde. Andere Paarungen sind u.a. Mikael Jansson und Daria Werbowy oder Steven Klein und Nicole Kidman. Auf eine weitere, nämlich Patrick Demarchelier und Keira Knightley, werde ich in einem nächsten Beitrag noch zu sprechen kommen aus gutem Grund.

Doch jetzt kurz zu Peter Lindbergh und obiger Strecke: Man erkennt bei so ziemlich jeder seiner Arbeiten, dass er nicht bloß ein Foto schießt, sondern eigentlich einen Film erzählt. Er ersinnt Geschichten, die als Ausgangspunkt für seine Produktionen dienen. Geschichten, die den Rahmen setzen, in dem er, der Fotograf, und seine Modelle sich bewegen. Dass er vor allem mit natürlichem Licht, in Schwarz/Weiß und ohne große Retusche operiert, ist wohl bekannt, und dennoch unterstützt all dies seinen filmischen Ansatz. In der Vogue Italia erscheint dieser Tage eine Strecke, die exakt nach diesem Muster funktioniert. Es sind Portraits, die er schießt. Portraits zumeist von starken Frauen. Die Mode gehört irgendwie dazu, bleibt aber Beiwerk. So wie jeder Film eine passende Ausstattung braucht, so braucht auch Lindbergh sie für seine Aufnahmen. Es ist nicht schrill und nicht hip, aber ungemein zeitlos und von klassischer Schönheit, was Peter Lindbergh ein ums andere Mal erschafft. Und genau das zeichnet ihn vor vielen anderen aus.

Das Gespräch mit Léa Seydoux könnt ihr hier nachlesen. Die neue September-Ausgabe des Interview Magazine findet ihr am gut sortierten Kiosk.

Julian Broad . Tabitha Simmons . Charlotte Dellal . Gaia Repossi . Vogue Deutsch //

In der frisch erschienenen September-Ausgabe der deutschen Vogue fand ich eine kleine Reihe an Features über Frauen, deren Namen man so nicht zu kennen meint, aber die in der Modewelt überaus klangvoll und bedeutend sind: Tabitha Simmons (oben), Charlotte Dellal (Mitte) und Gaia Repossi (unten). Fotografiert wurden sie von Julian Broad.

  • Tabitha Simmons entwirft nicht nur Schuhe, sondern begann ihre Karriere als Model und wechselte dann schnell hinter die Kamera als Stylistin. Heute ist sie eine der Begehrtesten ihres Fachs, ihr Mann ist Craig McDean, seines Zeichens einer der begehrtesten Modefotografen. Das passt rein von den Fakten her doch ganz gut. Ihre Schuhkreationen sind meist zeitlos und ruhiger als diejenigen anderer Designer, aber gleichzeitig elegant, raffiniert und mit einer Prise Rock’n’Roll. Dass die 43-Jährige ihre beiden Jobs, die sie liebt, noch vereinen kann, verdankt sie nicht zuletzt ihren Teams, die für sie arbeiten. Anders wäre es nicht möglich. Julian Broad war wohl angetan im Vogue-Shooting, als er in Rekordzeit eine Reihe toller Portraits im Kasten hatte. Kann man verstehen.
  • Charlotte Dellal hat’s auch mit Schuhen, allerdings sind ihre Entwürfe verspielter, verrückter und nicht zwanghaft ernst gemeint. Ihr Label Charlotte Olympia rief sie 2008 ins Leben. Als Tochter eines 70er-Jahre-Topmodels und des Immobilienmagnaten Guy Dellal wurde sie 1981 in Kapstadt geboren, wuchs zwischen den Stränden von Ipanema und dem feinen Londoner Stadtteil Kensington auf. Ihre jüngere Schwester Alice ist ebenfalls als Model tätig, ihre vier Brüder verdingen sich im Kunstgeschäft und verkehren in der High Society. Noch Fragen? Eigentlich nicht. Ach ja, dreifache Mutter ist sie. Und an Horoskope glaubt sie nicht, wenngleich sie jedem Sternzeichen einen Schuh und eine Clutch gewidmet hat. Das alte Hollywood taugt für Charlotte Dellal als Hauptinspiration, daher gab es lange Zeit auch keine flachen Schuhe in ihren Kollektionen. Das hat sich mittlerweile geändert.
  • Zu guter Letzt eine Frau, die keine Schuhe entwirft, sondern Schmuck: Gaia Repossi. Dabei hatte die heute 28-Jährige früher gar kein Interesse daran, das Geschäft ihres Vaters fortzuführen. Sie wollte lieber malen und schrieb sich an der Sorbonne ein für bildende Kunst und Archäologie. Doch das lastete sie nicht aus und so wurde sie neugierig auf den Juwelierberuf und mit 20 Jahren stellte ihr Vater sie als Kreativdirektorin ein. Sie brachte einen frischen Blick von außen mit und wagte Neues. Mit Erfolg. Nebenbei machte sie doch noch ihren Master in Archäologie. Mit der 2011er Kollektion “Berbère”, die sehr puristisch war, schaffte sie nicht nur den Durchbruch, sondern zeigte vielmehr der Branche, wie moderner Schmuck auszusehen hat: es ist solcher, den man problemlos zur edlen Robe wie zur Jeans tragen kann. Das hatte was Revolutionäres. Gaia Repossi hat eine klare Vorstellung und kann sehr radikal sein, macht nur, was ihr gefällt. Und sollte sie irgendwann das Gefühl haben, dem Familienunternehmen nichts mehr geben zu können, würde sie wohl nicht zögern, es zu verlassen. Die Malerei ist überdies Bestandteil ihres Lebens geblieben: Ihr Verlobter ist der New Yorker Maler Jeremy Everett.

Die kompletten Features gibt’s in der aktuellen deutschen Vogue zum nachlesen. Sehr empfehlenswert, muss ich sagen. Und das Portfolio von Julian Broad findet ihr hier: www.julianbroad.com.