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Patrick Demarchelier . Keira Knightley . Interview Magazine //

» Things really go quickly with me. I like to do the pictures before people get too self-conscious. I like to be spontaneous and get a shot before the subject thinks too much about it. «

Dieser Beitrag beginnt mit einem Zitat von Patrick Demarchelier, dessen Name so klangvoll ist, dass, wer um ihn nicht weiß, zumindest durch den Film “Der Teufel trägt Prada” eine Ahnung bekommen hat, wer jener Mann sein könnte. Fotograf nämlich. Einer der besten im Modebereich zweifelsohne. Wie Peter Lindbergh eine lebende Legende möchte man meinen. Und ja, Demarchelier steht hoch in der Gunst nicht nur von den Vogue-Chefinnen dieser Welt. Für die Photographer’s Issue des aktuellen Interview Magazine hatte er die britische Schauspielerin Keira Knightley vor der Kamera, die, wie sich im Gespräch offenbart, überrascht war von der Schnelligkeit, mit der er seine Fotos im Kasten hatte. Das Foto machen, bevor das Denken das Handeln zu sehr blockiert. Eine Sichtweise, die mir durchaus gefällt. Denn nicht selten sind spontane Aufnahmen die besten. Es fehlt die Zeit, sich zu inszenieren, und darüber nachzudenken, ob diese Inszenierung denn die richtige sei. Wahre Authentizität kann nur so entstehen. Das zwischenmenschliche Verständnis und – essentiell – Vertrauen spielt dabei ebenso eine Rolle. Gut zu sehen in obigen Aufnahmen, die in ihrer Schlichtheit eine Keira Knightley zeigen, wie man sie selten wahrnimmt. Und sie sich vermutlich auch.

» I’ve noticed that the people who started on film still have the ability to see the person in front of them. Whereas for a lot of photographers who have only ever worked in digital, the relationship between the photographer and the person who they’re taking a picture of sort of doesn’t exist anymore. They’re looking at a computer screen as opposed to the person. «

– Keira Knightley

Wer sich fürs komplette Gespräch der beiden interessiert, darf gerne hier nachlesen. Und wer überlegt, ob jemand wie Demarchelier für Nostalgie empfänglich sein könnte, dem dürfte nach der Lektüre klar werden: Eher nicht. Keira Knightley offenbart dafür charmant eine Schwäche fürs Romantische in der Fotografie, für den guten alten Film und für das, was mit diesem einherging: Eine Arbeitsweise, bei der Fotograf und fotografierte Person näher bei einander waren als es unter heutigen Umständen im digitalen Zeitalter möglich ist. Der Blick geht direkt aufs Display, es wird korrigiert und verworfen in Windeseile. Das gesteht auch der Meister. Nicht alles ist besser. Aber rückwärts zu gehen, kommt für ihn nicht in Frage. Das Heutige und das, was morgen sein wird, ist spannend. Es gäbe kein schöneres Schlusswort.

Da ich den Link zum Gespräch schon genannt habe, bleibt mir noch der Verweis auf die Print-Ausgabe am gut sortierten Kiosk. Und aufs Portfolio von Demarchelier: www.demarchelier.net. Und natürlich auf den aktuellen Kino-Film von Keira Knightley, der im Original “Begin Again” heißt und bei uns in Deutschland unter “If A Song Can Save Your Life” läuft. Ein hinreißendes Plädoyer für die Kraft der Musik und die Lust am Leben. Wer nicht zumindest leicht beschwingt oder mit einem Lächeln aus dem Saal geht, bei dem stimmt was nicht, würde ich ganz frech behaupten. Aber überzeugt euch selbst.

Peter Lindbergh . Léa Seydoux . Interview Magazine //

Zurück aus der Sommerpause eröffnet das Interview Magazine die Saison mit einer Photographer’s Issue, sprich einer September-Ausgabe, die sich ganz einigen großen Namen des Fachs widmet. Da wären beispielsweise Mikael Jansson und Craig McDean, auch Steven Klein und Mert & Marcus. Und natürlich Peter Lindbergh. Beweisen muss gerade er nichts mehr, im Gegenteil. Seine Aufnahmen der Supermodels aus den 90ern sind Ikonen, weltberühmt. Wie er, der Deutsche, der mit Kultur und Kunst erst spät in Berührung kam, weil es das Umfeld daheim einfach nicht hergab. Van Goghs Gemälde führten ihn über ein abgebrochenes Studium an der Berliner Kunstakademie und Jahre des Reisens durch Europa – u.a. nach Arles – schließlich zur Fotografie. Mode bot ihm den Vorwand, mit größtmöglicher Freiheit zu arbeiten und Veröffentlichungen in Magazinen zu bekommen. Erst kam die Werbung, dann kamen die Magazine. Und somit auch sein Durchbruch.

» Photography gives you the opportunity to use your sensibility and everything you are to say something about and be part of the world around you. In this way, you might discover who you are, and with a little luck, you might discover something much larger than yourself. No? «

In dieser Photographer’s Issue durfte die französische Schauspielerin Léa Seydoux ihr Talent als Fragestellerin beweisen im persönlichen Gespräch mit ihrem Fotografen. Das ist ungewöhnlich, aber für diese spezielle Ausgabe eine schöne Idee, wie ich finde. Andere Paarungen sind u.a. Mikael Jansson und Daria Werbowy oder Steven Klein und Nicole Kidman. Auf eine weitere, nämlich Patrick Demarchelier und Keira Knightley, werde ich in einem nächsten Beitrag noch zu sprechen kommen aus gutem Grund.

Doch jetzt kurz zu Peter Lindbergh und obiger Strecke: Man erkennt bei so ziemlich jeder seiner Arbeiten, dass er nicht bloß ein Foto schießt, sondern eigentlich einen Film erzählt. Er ersinnt Geschichten, die als Ausgangspunkt für seine Produktionen dienen. Geschichten, die den Rahmen setzen, in dem er, der Fotograf, und seine Modelle sich bewegen. Dass er vor allem mit natürlichem Licht, in Schwarz/Weiß und ohne große Retusche operiert, ist wohl bekannt, und dennoch unterstützt all dies seinen filmischen Ansatz. In der Vogue Italia erscheint dieser Tage eine Strecke, die exakt nach diesem Muster funktioniert. Es sind Portraits, die er schießt. Portraits zumeist von starken Frauen. Die Mode gehört irgendwie dazu, bleibt aber Beiwerk. So wie jeder Film eine passende Ausstattung braucht, so braucht auch Lindbergh sie für seine Aufnahmen. Es ist nicht schrill und nicht hip, aber ungemein zeitlos und von klassischer Schönheit, was Peter Lindbergh ein ums andere Mal erschafft. Und genau das zeichnet ihn vor vielen anderen aus.

Das Gespräch mit Léa Seydoux könnt ihr hier nachlesen. Die neue September-Ausgabe des Interview Magazine findet ihr am gut sortierten Kiosk.

Julian Broad . Tabitha Simmons . Charlotte Dellal . Gaia Repossi . Vogue Deutsch //

In der frisch erschienenen September-Ausgabe der deutschen Vogue fand ich eine kleine Reihe an Features über Frauen, deren Namen man so nicht zu kennen meint, aber die in der Modewelt überaus klangvoll und bedeutend sind: Tabitha Simmons (oben), Charlotte Dellal (Mitte) und Gaia Repossi (unten). Fotografiert wurden sie von Julian Broad.

  • Tabitha Simmons entwirft nicht nur Schuhe, sondern begann ihre Karriere als Model und wechselte dann schnell hinter die Kamera als Stylistin. Heute ist sie eine der Begehrtesten ihres Fachs, ihr Mann ist Craig McDean, seines Zeichens einer der begehrtesten Modefotografen. Das passt rein von den Fakten her doch ganz gut. Ihre Schuhkreationen sind meist zeitlos und ruhiger als diejenigen anderer Designer, aber gleichzeitig elegant, raffiniert und mit einer Prise Rock’n’Roll. Dass die 43-Jährige ihre beiden Jobs, die sie liebt, noch vereinen kann, verdankt sie nicht zuletzt ihren Teams, die für sie arbeiten. Anders wäre es nicht möglich. Julian Broad war wohl angetan im Vogue-Shooting, als er in Rekordzeit eine Reihe toller Portraits im Kasten hatte. Kann man verstehen.
  • Charlotte Dellal hat’s auch mit Schuhen, allerdings sind ihre Entwürfe verspielter, verrückter und nicht zwanghaft ernst gemeint. Ihr Label Charlotte Olympia rief sie 2008 ins Leben. Als Tochter eines 70er-Jahre-Topmodels und des Immobilienmagnaten Guy Dellal wurde sie 1981 in Kapstadt geboren, wuchs zwischen den Stränden von Ipanema und dem feinen Londoner Stadtteil Kensington auf. Ihre jüngere Schwester Alice ist ebenfalls als Model tätig, ihre vier Brüder verdingen sich im Kunstgeschäft und verkehren in der High Society. Noch Fragen? Eigentlich nicht. Ach ja, dreifache Mutter ist sie. Und an Horoskope glaubt sie nicht, wenngleich sie jedem Sternzeichen einen Schuh und eine Clutch gewidmet hat. Das alte Hollywood taugt für Charlotte Dellal als Hauptinspiration, daher gab es lange Zeit auch keine flachen Schuhe in ihren Kollektionen. Das hat sich mittlerweile geändert.
  • Zu guter Letzt eine Frau, die keine Schuhe entwirft, sondern Schmuck: Gaia Repossi. Dabei hatte die heute 28-Jährige früher gar kein Interesse daran, das Geschäft ihres Vaters fortzuführen. Sie wollte lieber malen und schrieb sich an der Sorbonne ein für bildende Kunst und Archäologie. Doch das lastete sie nicht aus und so wurde sie neugierig auf den Juwelierberuf und mit 20 Jahren stellte ihr Vater sie als Kreativdirektorin ein. Sie brachte einen frischen Blick von außen mit und wagte Neues. Mit Erfolg. Nebenbei machte sie doch noch ihren Master in Archäologie. Mit der 2011er Kollektion “Berbère”, die sehr puristisch war, schaffte sie nicht nur den Durchbruch, sondern zeigte vielmehr der Branche, wie moderner Schmuck auszusehen hat: es ist solcher, den man problemlos zur edlen Robe wie zur Jeans tragen kann. Das hatte was Revolutionäres. Gaia Repossi hat eine klare Vorstellung und kann sehr radikal sein, macht nur, was ihr gefällt. Und sollte sie irgendwann das Gefühl haben, dem Familienunternehmen nichts mehr geben zu können, würde sie wohl nicht zögern, es zu verlassen. Die Malerei ist überdies Bestandteil ihres Lebens geblieben: Ihr Verlobter ist der New Yorker Maler Jeremy Everett.

Die kompletten Features gibt’s in der aktuellen deutschen Vogue zum nachlesen. Sehr empfehlenswert, muss ich sagen. Und das Portfolio von Julian Broad findet ihr hier: www.julianbroad.com.

Lars Kemnitz . Sönke “L’Man” Lehmann . Kämmer vs L’Man //

Als ich im Juli meinem guten Freund Sönke “L’Man” Lehmann in Berlin einen Besuch abstattete, nutzte ich die Chance, ein paar spontane Portraits zu schießen – auf dem Flugfeld in Tempelhof, wo dunkle schwere Wolken ein mögliches Unwetter andeuteten, und daheim in Mitte. Neben seiner Tätigkeit als IT-Manager arbeitet er kontinuierlich an seinen Fähigkeiten als DJ. Wie wenige von euch wohl wissen, einfach weil es hier kaum Thema war, haben wir gemeinsam vor gut sieben Jahren das Projekt Kämmer vs L’Man ins leben gerufen, wobei Kämmer mein Künstlername ist. Lange Zeit basierte es vor allem auf seltenen, aber wiederkehrenden Gelegenheiten zum DJing inklusive der jährlichen Mix-Reihe 24 SESSION.

Irgendwann begann ich, mich fürs Produzieren elektronischer Musik zu begeistern. Und lange haderte ich mit mir und meinen Tracks und überhaupt mit der Idee des Produzierens. Vor mehr als drei Jahren dann gründete ich ein eigenes Netlabel namens echolot, das im ersten Jahr mit zwei Releases aus eigener Feder versorgt wurde. Dann schlief es leider etwas ein. Doch glücklicherweise wird es demnächst wieder aufwachen können mit einem tollen neuen Release eines Freundes und Label-Neuzugangs. Mehr dazu dann bei Zeiten. Bei all dem war der L’Man immer ein Teil des Ganzen. Und mittlerweile haben sich seine DJ Skills und meine Production Skills soweit entwickelt, dass wir Lust haben, mehr zu machen. Was das sein wird und wie, wissen wir selbst noch nicht. Nur dass wir’s wollen.

Von daher freuen wir uns natürlich über neue Hörer. Es haben sich in den vergangenen Jahren viele sehr sehr schöne Live Mixes angesammelt, die bei Mixcloud und auf unserer frisch überarbeiteten Website auf Neugierige warten. Alle Aufnahmen aus obiger Serie finden sich auch auf www.kemnitzkannenberg.com.

Erik Madigan Heck . Katrin Thormann . Harper’s Bazaar UK //

Wie zwischen Sommer und Herbst fühlt es sich derzeit an, wenn ich vor die Haustür trete. Dabei lag ich vor zwei Wochen noch im Liegestuhl am Meer. So schnell kann’s gehen. Und doch bleibt Hoffnung auf einen angenehmen Spätsommer. Vielleicht im September, wie wär’s? Naja, passend dazu hatte ich obiges Editorial zurückgelegt, dass den Spagat zwischen den Saisons ganz gut verkörpert, wie ich finde. Bei einigen Aufnahmen gewinnt man den Eindruck, auf einer sommerlichen, impressionistischen Blumenwiese zu weilen, die Renoir nicht besser hätte malen können. Auf anderen wiederum scheint es, als sei die Luft doch schon etwas kühler geworden. Alles umhüllend, auch die bezaubernde Katrin Thormann, legt sich ein Blütenteppich, der sich anschickt, mit aller Kraft jeden Zweifel zu vertreiben, dass bald Herbstzeit naht. Und wer könnte dies besser in Szene setzen und festhalten als Erik Madigan Heck, dessen Aufnahmen hier unter dem Titel “Into the Woods” in der neuen Harper’s Bazaar UK erscheinen. En gros betrachtet, fängt’s durchaus irgendwann an vor den Augen zu flimmern, aber Aufnahme für Aufnahme betrachtet, offenbart sich die Schönheit im Detail. Eriks Portfolio findet ihr hier: www.maisondesprit.com.

Geordie Wood . Ashley Smith . Tidal Magazine //

Kürzlich entdeckte ich diese Serie an Portraits des Topmodels Ashley Smith, die in der ersten Ausgabe eines neuen Magazins erschienen sind. Viel zu recherchieren gab’s nicht zum Tidal Magazine. Deutlich mehr jedoch zum Mann hinter den Aufnahmen: Fotograf Geordie Wood, Endzwanziger aus der Bostoner Vorstadt, der zuerst Fotojournalismus studiert hatte, bis er merkte, dass ihm die Wege zu eingefahren, die Lehre zu akademisch und die Arbeitsweise nicht kreativ genug waren. Also begann er erneut und landete schließlich unvermutet, aber überglücklich als Photo Editor bei The FADER, der Musikbibel aus New York, die seit 1998 immer wieder ein gutes Händchen beweist und jene in den Fokus rückt, aus denen später einmal Stars werden. Da The FADER so gut wie nie auf Stock-Fotografie zurückgreift, werden alle Features in Auftrag gegeben. Geordie kümmert sich um all dies und übernimmt auch selbst den einen oder anderen Job, wobei er seine Dienste dem Magazin nur in Teilzeit zur Verfügung stellt. Den Rest seiner Zeit widmet er eigenen Kunden und erledigt Aufträge für viele namhafte Publikationen.

Ich mag seine Bildsprache sehr. Sie hat mich sofort fasziniert. Auch für The FADER gibt es großartige Serien u.a. von A$AP Rocky oder King Krule. Das Tidal Magazine bringt nun Aufnahmen, die in Richtung Fashion deuten, aber auch eine private Seite des Topmodels zeigen und dabei vom Look her ganz “made in USA” daherkommen. Wer mal stöbern will, was es noch zu entdecken gibt, dem sei Geordies Portfolio empfohlen: www.geordiewood.com. Die Seite von The FADER findet ihr hier: www.thefader.com. Und das Tidal Magazine gibt’s hier: www.tidal-mag.com.

Lars Kemnitz . India Roth . Schauspielportraits //

Heute wieder in eigener Sache: Denn im Juni durfte ich eine ganze Reihe neuer Portraits von und für eine liebe Freundin von mir schießen, die Schauspielerin India Roth. Dass ich diese Reihe sehr mag, liegt vermutlich daran, dass die unterschiedlichen Orte und Outfits sich so harmonisch zusammenfügen, man unbekümmert Fotos kombinieren kann, ohne dass ein Bruch entsteht. Und dabei ergeben all die verschiedenen Facetten letztendlich einen Gesamteindruck, der viel über die Persönlichkeit und das Potential verrät. Dass die Aufnahmen darüber hinaus auch ästhetisch gelungen sind, macht für mich als Fotografen die Sache rund. Und happy macht’s auch, freilich. Wer also mehr über India erfahren will, dem lege ich ihre Website ans Herz: www.indiaroth.de. Noch mehr Fotos aus dieser Reihe findet ihr ab jetzt auf www.kemnitzkannenberg.com.

Boe Marion . Lykke Li . ELLE Sweden //

Als ich heute seit Längerem aus reiner Neugier wieder das Portfolio des norwegischen Duos Boe Marion aufrief, hielt es mich etliche Minuten fasziniert am Scrollrad – die schiere Schönheit und Kunstfertigkeit der letzten Arbeiten, die dort zu sehen sind, ist außergewöhnlich. Und es zeigt sich erneut, dass Mode immer erst durch die Inszenierung zu leben beginnt. Bei Boe Marion entsteht rund um Mode ein visueller Rausch, der sich aus Farben, Texturen, Kompositionen, Lichtstimmungen und Orten speist, die allesamt nur gemeinsam ein Bild komplettieren. Doch dieses Bild hat dann eine Urkraft, die es vermag, den Blick des Betrachters zu fesseln. Fotografie mit Mitteln der Malerei und umgekehrt – übergangslos ergänzt das eine das jeweils andere. Obiges Editorial aus der Mai-Ausgabe der schwedischen ELLE mit der dunklen Pop-Fee Lykke Li, deren Erscheinung ja oft etwas Unerklärliches umweht, war es mir Wert, es, obgleich nicht ganz aktuell, hier und heute zu posten. Gerade weil alle Zutaten, wie eben aufgezählt, so zusammenwirken, dass es ein Fest fürs Auge ist. Mehr davon hier: www.boemarion.com.

Lars Kemnitz . S/W – Ab jetzt erhältlich auf selekkt.com //

Mit Freude kann ich mitteilen, dass mein Bildband “S/W” ab jetzt beim Online-Shop selekkt.com erhältlich ist. Es sind nur wenige Exemplare der streng limitieren Auflage verfügbar, die auf jeden Fall nicht nachgedruckt wird. D.h. wer zuerst kommt, hat die besten Chancen. Alle Exemplare sind von mir eigens signiert und handnummeriert worden. Der Versand bei selekkt.com erfolgt nur innerhalb Deutschlands. Falls außerhalb Deutschlands Interesse besteht, gerne eine Mail an mich schreiben: shop@larskemnitz.com.

Hier geht’s zum Shop: selekkt.com/lars-kemnitz-s-w.html. Dort finden sich auch detailliertere Infos zum Bildband sowie Preis und Versandkosten. Beide in “S/W” enthaltenen Serien – sowohl “Sommer" als auch "Winter" – kann man komplett auf unserer Kemnitz+Kannenberg Website einsehen. Und hier im Fundbureau erschienen bisher folgende Beiträge zum Thema – für alle, die gerne nachlesen möchten, was mich zu diesem Projekt bewegt hat: Teil 1 und Teil 2. Ich würde mich über fleißiges Sharing freuen!

Tim Walker . “Wizard” . LOVE Magazine //

Was wäre eine Ausgabe des LOVE Magazine, der britischen Independent Modebibel von Katy Grand, ohne einen Beitrag von Tim Walker, jenem kreativen Genie, dem offensichtlich niemals seine eigenwilligen Ideen auszugehen scheinen? Kaum denkbar! Daher pflege ich hier im Fundbureau die gute und absolut begründete Tradition, jeden dieser Beiträge vorzustellen.

Die Herbst/Winter-Ausgabe steht nun vor der Tür und ist wieder bis zum Zerbersten vollgestopft mit allerlei ausgezeichnetem visuellen Futter. Tim Walker steuert dieses Mal eine umfangreiche Serie bei unter dem Titel “Wizard”. Und so sucht man gleich den Zauber, das Magische, das der Titel verspricht und das sich an manchen Stellen zweifellos finden, an wiederum anderen mit Fantasie vermuten lässt. Als blicke man durch ein Fernrohr in eine fremde, ja schwer erklärbare Welt; Walker spielt mit Sehgewohnheiten, mit bekannten (biblischen) Symbolen, mit dem Reiz der Unschuld, der Opulenz der Mode und mischt eine Prise skurrile Britishness und jene Motive bei, die sich durch sein gesamtes Werk ziehen, wie beispielsweise die Faszination für Puppen. Er nutzt die Freiheit, die man ihm gibt, zur Gänze aus. Und so entsteht immer ein Reigen, der sich besonders durch seine Vielschichtigkeit, seine Vielseitigkeit und den Mut zu gelegentlichen, bewussten, stilistischen Brüchen von all dem abgrenzt, was man anderswo her kennt. Und dabei bedarf es auch gerne eines Umfangs von 20+ Doppelseiten, um das Füllhorn vollends zu entleeren. Die komplette Serie gibt’s in der neuen Ausgabe des LOVE Magazine, das Portfolio im neuen Gewand hier: www.timwalkerphotography.com.

Erik Madigan Heck . Guinevere van Seenus . “The High Priestess” . Creem Magazine //

Neulich stieß ich auf ein überaus kunstvolles Editorial in der neuesten Ausgabe des Creem Magazine. Es stellte sich heraus, dass es sich eigentlich um einen Film handelt, den Fotograf Erik Madigan Heck für und mit Model Guinevere van Seenus in und um ein altes Anwesen in Upstate New York gemacht hat. Dieser Film wiederum ist eigentlich eine Collage aus Fotos, Musik und gesprochenem Wort. Auf Altniederländisch wird ein Gedicht von Jan Luyken vorgelesen, während ein Rework von Arvo Pärts “L’Abbé Agathon” erklingt. Und Pate für diese dichte, unheimlich wirkende Serie stand die Legende um Päpstin Johanna, eine gelehrte Frau, die sich als Mann ausgegeben und als Papst amtiert haben soll. Handfeste Beweise in der Geschichtswissenschaft gibt es dafür kaum. Umso mehr eignet sich dieser Stoff als hervorragende Inspirationsquelle, so muss sich das auch Erik Madigan Heck gedacht haben. Der Mann ist ohnehin gut im Geschäft derzeit. Und dennoch erkennt man stets seine Handschrift, der er treu bleibt – ganz gleich, ob es sich um ein freies Projekt oder eine kommerzielle Arbeit handelt. Auch hier im Fundbureau habe diesen Herren schon vorgestellt (nachzulesen hier und hier). Den Film könnt ihr entspannt bei Nowness sehen und das Portfolio gibt’s hier: www.maisondesprit.com.

Camilla Åkrans . “Rush Hour” . Vogue Deutsch //

Radfahren ist cool. Daran führt kein Weg vorbei. Nicht nur, weil es die Umwelt schont und die eigene Ertüchtigung erfordert und deshalb gut für den Körper ist, nein, sondern auch aus Gesichtspunkten, die weitaus weniger wichtig wären. Denn theoretisch kommt man auch mit dem ältesten Drahtesel überall an, doch das Rad ist in der modernen, urbanen Welt auch ein Ausdruck des Stils, eine Art neues Statussymbol. Es ist auf jeden Fall viel mehr als nur ein schnödes Fortbewegungsmittel. So wie Kleidung auch mehr ist als nur schützender Stoff. Dass man eher selten derart cool daherradelt wie Hilary Rhoda im von Camilla Åkrans fotografierten Editorial für die neue, gerade erschienene August-Ausgabe der deutschen Vogue, spielt dabei keine Rolle. Wer möchte schon Aufnahmen von Radlern mit Helm und Regenhose und Fahrradkorb und in einer Modebibel sehen? Hier geht’s um Stil. Hier wird das Rad zum Fashion Statement. Outfit und Rad bilden eine Einheit, der urbane Raum die Bühne für dieses Schauspiel. Der Titel “Rush Hour” hat nebenher rein konzeptionell nichts mit der kultigen Film-Reihe zu tun, ist wohl als Erinnerung daran zu verstehen, dass man eben doch per Velo oft schneller am Ziel ist.

Die aktuelle Ausgabe der deutschen Vogue findet ihr am Kiosk und Camilla Åkrans wird vertreten durch Lundlund.

Craig McDean . Mia Wasikowska . Interview Magazine //

Nicht so lange ist’s her, dass ich die wunderbaren Aufnahmen von Elle Fanning zeigte, die Craig McDean für die Mai-Ausgabe des Interview Magazine gemacht hatte (siehe hier). In der kommenden August-Ausgabe gehört das Cover wieder Mr. McDean und vor seiner Kamera stand die nicht minder schöne und überaus talentierte Australierin Mia Wasikowska. Ich sah sie zuletzt im ruhig erzählten und atemberaubend bebilderten Film “Spuren” über die Aussteigerin Robyn Davidson, die durch ihre ambitionierte Reise zur Legende wurde. Doch im Grunde ist es jedes Mal eine Freude, sie auf der Leinwand erleben zu dürfen. Seit “Alice im Wunderland” spielte sie in einer Reihe an bemerkenswerten Streifen mit, oft an der Seite bekannter Namen. Dass sie dennoch gerne daheim in Down Under ist, wo die Glitzerwelt Hollywoods ihr wenig anhaben kann, spricht für jemanden, der nicht abgehoben ist. Im Gegenteil: geradezu schüchtern. Und dabei kraftvoll und fokussiert wirkt. Zerbrechlich und stark zugleich. Und immer auch einen Hauch rätselhaft. Craig McDean inszeniert Mia Wasikowska hier in einem modernen, glatten, ja reduzierten Ambiente in ebensolchen Outfits. Schlichtheit und Eleganz gepaart mit Coolness und einem Blick, dem man nicht widerstehen kann. Die komplette Strecke gibt’s in der neuen August-Ausgabe, mehr zu lesen auch hier: www.interviewmagazine.com. Und Craig McDean findet ihr u.a. bei Art+Commerce.

Johannes Löwe . Selfie-Projekt Berlin . ZEITmagazin //

Das Selfie ist voll im Trend. Gemeint ist ein schlichtes Selbstportrait. Eigentlich nichts Neues, schon die Alten Meister haben von sich selbst Gemälde angefertigt. Und schon immer waren es Interpretationen des Selbst, Bilder von einem Ich, wie es sich sehen möchte respektive wie es von anderen gesehen werden will. Demnach zeigt ein Selfie nicht unbedingt die ganze Wahrheit, sondern nur eine Inszenierung. Jeder bestimmt, wann und in welcher Situation er/sie sich fotografiert. Dann wird das schnelle Werk oftmals durch einen Filter aufgehübscht und den Freunden, den Fans via soziale Netzwerke präsentiert. Das soll Nähe erzeugen. Obgleich sich mancher vielleicht gerade auf einem anderen Kontinent aufhalten mag, wenn ein Selfie aus dem Freundeskreis online gestellt wird, so fühlt man sich trotzdem nah. Teilhabe am Leben der anderen – das ist nicht nur Grundgedanke von sozialen Netzwerken insgesamt, sondern trifft auch auf Selfies zu.

» Mit einer Digitalkamera hätte es nie funktioniert. Da sieht man ja gleich das Bild, was man gemacht hat, und kann es löschen. «

– Johannes Löwe

Anlässlich der aktuellen ausklingenden Berliner Modewoche hat das ZEITmagazin das Selfie zum großen Thema gemacht – einer Konferenz und ihres Heftes, das gestern erschienen ist. Daraus stammen auch obige Aufnahmen, die wiederum aus dem Archiv des Fotografen Johannes Löwe entliehen sind. Dieser hat, als das Selfie an sich und als Begriff noch nicht geboren war, Freunde und flüchtige Bekanntschaften im Berliner Nachtleben gebeten, ein Selbstportrait von sich zu machen. Dafür hatte er immer eine analoge Kamera mit Schwarz/Weiß-Film dabei. Dies war essentiell, denn wäre es eine digitale Kamera gewesen, so hätte jeder gleich sein Foto sehen wollen. Man hätte misslungene Fotos sofort löschen können. Das war aber nicht Sinn der Aktion. Löwe sagt dazu: “Diese Bilder, das ist mein persönliches Berlin. Die Menschen, die für mich diese Stadt ausmachen.”

Mehr Fotos von Johannes Löwe gibt’s im aktuellen ZEITmagazin Nr. 23/2014 oder online hier oder im Portfolio von ihm unter: www.johannesloewe.com. Ich mache mich jetzt auch auf nach Berlin, also bis nächste Woche! Genießt den Sonnenschein!

Lars Kemnitz . Heidrun Fiedler . Schauspielportraits //

Im April und Mai hatte ich die große Freude, in zwei Sessions neue Portraits für eine liebe Freundin von mir zu schießen, die Schauspielerin Heidrun Fiedler. Klassische Locations in der Hamburger HafenCity wurden durch lebendige und äußerst geschmackvolle Orte in Wilhelmsburg ergänzt, dazu gefühlte ein Dutzend Outfits et voilà: ein abwechslungsreiches und sehr vielseitiges Potpourri an Aufnahmen ist entstanden und zeigt, was in ihr steckt. Wem der Name (noch) nichts sagt, dem sei die diesjährige Produktion der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg empfohlen. In “Unter Geiern – Der Geist des Llano Estacado” ist Heidrun in der weiblichen Hauptrolle als Mary Helmers an der Seite so erfahrener und bekannter Kollegen wie Christian Kohlund und Wayne Carpendale noch bis Anfang September zu sehen. Mehr Infos hier: www.karl-may-spiele.de.

Eine noch größere Auswahl an Fotos ist ab jetzt auf www.kemnitzkannenberg.com verfügbar oder auf meiner Facebook Page: www.facebook.com/larskemnitzphotography. Heidrun Fiedler wird vertreten von Agentur Gehrmann: www.agentur-gehrmann.de. Und zuletzt noch ihre eigene Website: www.heidrunfiedler.com.