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Bryan Adams . Christoph Waltz . ZOO Magazine //

Es hat etwas gedauert, bis ich heute schließlich diese Fotos gefunden habe, die ich seit mehr als einer Woche unbedingt hier anbringen will. Bryan Adams selbst hat sie auf seiner Website geteilt. Welch Glück! Denn er ist es auch, der Christoph Waltz mit Schnäuzer für die frisch erschienene Herbst-Ausgabe des ZOO Magazine fotografierte. Es gibt meiner Meinung nach nur wenige große Schauspieler, die nicht nur durch ihr Können, sondern auch durch ihren Stil auffallen und gefallen. Waltz ist einer von diesen Wenigen. Er ist praktisch nie schlecht angezogen, hat seine Manieren trotz Weltruhm nicht ad acta gelegt. Vielleicht liegt’s an seiner österreichischen Herkunft, ist Wien doch nach wie vor ein seltener Ort, an dem man ohne Probleme einen Frack kaufen kann. Und an dem es auch Gelegenheiten genug gibt, diesen zu tragen.

Seit Längerem ist dies wieder eine Ausgabe des ZOO Magazine, die mich allein schon durch ihre Cover zu überzeugen weiß. Das mit Christoph Waltz gehört auf jeden Fall zur herbstlichen Regalbestückung. Das andere mit Aline Weber ist auch schick. Die zugehörige Strecke freizügig aber überaus ästhetisch ebenfalls von Bryan Adams inszeniert, werde ich demnächst hier zeigen. Wer’s nicht abwarten kann, der darf gerne auf Adams Portfolio stöbern: www.bryanadamsphotography.com. Das ZOO Magazine gibt’s am Kiosk und online hier: www.zoomagazine.com.

Theo Wenner . Taylor Swift . Rolling Stone //

Es ist ja kaum vorstellbar, wie es sich anfühlen muss als 7-fache Grammy-Gewinnerin mit mehreren Multi-Platin-Alben im Gepäck. Wie sollte man es auch wissen. Es ist ein Glücksfall. Und ohne Talent geht’s natürlich auch nicht. Aber wenn man an Taylor Swift denkt, dann wusste vor Jahren hierzulande niemand, wer dieses Country-Mädel dort drüben auf der anderen Seite des Atlantiks eigentlich ist. Und nun? Ja, nun steht die 24-Jährige vor einem Imagewechsel: Von der Country-Sängerin zum internationalen Pop-Star. Auch musikalisch. Ein neues Album kommt. Und auf das sei sie sehr stolz, wie sie Rolling Stone ins Heftchen diktiert. Und doch gibt’s da einen feinen Unterschied zu manch anderem Pop-Sternchen: Taylor ist ohne Skandal bis dato. Ihre Privatsphäre ist ihr heilig, nicht mal etwas mehr Haut darf es sein, wo andere sich gleich freiwillig entblättern. Daher sind diese Fotos, die – natürlich – Theo Wenner geschossen hat, fast eine kleine Sensation. Taylor Swift im nassen Shirt in sexy Posen am Strand. Wer hätte das gedacht? Und gut schaut’s aus. Dass dieses Shooting wahrscheinlich nur im Geheimen und mit einer ganzen Leibgarde an Sicherheitsmännern zu realisieren war, dürfte mehr als eine vage Vermutung sein. Wo sie auftaucht, sind gleich Fans, sind Verehrer, sind Verrückte. Wie es sich anfühlen mag? Laut eigener Aussage von Swift so frei wie nie. Aber das mag an der Perspektive liegen. Trotz allem: Spannend bleibt, ob der Wechsel ins Pop-Star-Business gelingt. Und bis dahin bleiben diese Fotos. Ein Behind-the-Scenes-Video gibt’s auch hier. Und die ganze Cover-Story bei Rolling Stone nachzulesen. Theo Wenners Portfolio ist nach wie vor folgendes: www.twenner.com.

Peter Lindbergh . Mariacarla Boscono . Vogue Italia //

» When the child was a child, it was the time of these questions. Why am I me and not you? Why am I here and not there? When did time begin, and where does space end? «

– Peter Handke, Wings of Desire

Kein Titel, nur ein Zitat. So beginnt die Geschichte, die Peter Lindbergh in der September-Ausgabe der Vogue Italia erzählt. Es ist ein besondere Ausgabe, die da anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Modebibel schlechthin erscheint. Und es ist eine besondere Geschichte, die Lindbergh hier mit Mariacarla Boscono inszeniert. In Sepia-Bildern transportiert sich eine tiefe Melancholie, Gefühle zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Wie in einem Stummfilm wird man stiller Beobachter eines Schicksals, entsprechende Untermalung mit Piano-Klängen möge man sich vorstellen. Es ist eine kraftvolle Geschichte, wie nur wenige sie erzählen könnten. Lindbergh tut es souverän. Und erinnern die Aufnahmen nebenbei an Reportagen aus vergangenen Zeiten, an menschliche Momente, wie sie beispielsweise die Magnum-Fotografen einfingen, so ist dies gewiss kein Zufall. Auch Lindbergh beherrscht die große Kunst alter Schule, mit einem Bild mehr zu sagen, als Worte es je können.

Die Jubiläumsausgabe der Vogue Italia liegt jetzt am Kiosk bereit. Und sie lohnt sich. Nicht nur wegen dieser Strecke.

Lars Kemnitz . Franziska Knoefel . Portraits //

Schon ein paar Monate her mittlerweile, aber im Juni fotografierte ich auf besonderen Wunsch hin zwei liebe und sehr gute Freunde von mir: Franzi & Christoph. Zumindest die Fotos von Franzi sind seit Wochen fertig und dürfen jetzt hier das heilige Blog-Licht erblicken, da ich finde, dass sie es allemal verdienen. Sie zeigen Franzi, die als Art Director arbeitet und das Buxtehuder Streetwear Label ELBstoff mitgegründet hat, so, wie ich sie seit unserer gemeinsamen Studienzeit her kenne: offen, sympathisch, immer gut gelaunt und eine positive Energie versprühend, die ungemein ansteckend wirkt. Wer will, kann auf meiner Facebook Page die komplette Reihe an Fotos sehen: www.facebook.com/larskemnitzphotography. Demnächst dann auch auf unserer Kemnitz+Kannenberg Website.

Patrick Demarchelier . Keira Knightley . Interview Magazine //

» Things really go quickly with me. I like to do the pictures before people get too self-conscious. I like to be spontaneous and get a shot before the subject thinks too much about it. «

Dieser Beitrag beginnt mit einem Zitat von Patrick Demarchelier, dessen Name so klangvoll ist, dass, wer um ihn nicht weiß, zumindest durch den Film “Der Teufel trägt Prada” eine Ahnung bekommen hat, wer jener Mann sein könnte. Fotograf nämlich. Einer der besten im Modebereich zweifelsohne. Wie Peter Lindbergh eine lebende Legende möchte man meinen. Und ja, Demarchelier steht hoch in der Gunst nicht nur von den Vogue-Chefinnen dieser Welt. Für die Photographer’s Issue des aktuellen Interview Magazine hatte er die britische Schauspielerin Keira Knightley vor der Kamera, die, wie sich im Gespräch offenbart, überrascht war von der Schnelligkeit, mit der er seine Fotos im Kasten hatte. Das Foto machen, bevor das Denken das Handeln zu sehr blockiert. Eine Sichtweise, die mir durchaus gefällt. Denn nicht selten sind spontane Aufnahmen die besten. Es fehlt die Zeit, sich zu inszenieren, und darüber nachzudenken, ob diese Inszenierung denn die richtige sei. Wahre Authentizität kann nur so entstehen. Das zwischenmenschliche Verständnis und – essentiell – Vertrauen spielt dabei ebenso eine Rolle. Gut zu sehen in obigen Aufnahmen, die in ihrer Schlichtheit eine Keira Knightley zeigen, wie man sie selten wahrnimmt. Und sie sich vermutlich auch.

» I’ve noticed that the people who started on film still have the ability to see the person in front of them. Whereas for a lot of photographers who have only ever worked in digital, the relationship between the photographer and the person who they’re taking a picture of sort of doesn’t exist anymore. They’re looking at a computer screen as opposed to the person. «

– Keira Knightley

Wer sich fürs komplette Gespräch der beiden interessiert, darf gerne hier nachlesen. Und wer überlegt, ob jemand wie Demarchelier für Nostalgie empfänglich sein könnte, dem dürfte nach der Lektüre klar werden: Eher nicht. Keira Knightley offenbart dafür charmant eine Schwäche fürs Romantische in der Fotografie, für den guten alten Film und für das, was mit diesem einherging: Eine Arbeitsweise, bei der Fotograf und fotografierte Person näher bei einander waren als es unter heutigen Umständen im digitalen Zeitalter möglich ist. Der Blick geht direkt aufs Display, es wird korrigiert und verworfen in Windeseile. Das gesteht auch der Meister. Nicht alles ist besser. Aber rückwärts zu gehen, kommt für ihn nicht in Frage. Das Heutige und das, was morgen sein wird, ist spannend. Es gäbe kein schöneres Schlusswort.

Da ich den Link zum Gespräch schon genannt habe, bleibt mir noch der Verweis auf die Print-Ausgabe am gut sortierten Kiosk. Und aufs Portfolio von Demarchelier: www.demarchelier.net. Und natürlich auf den aktuellen Kino-Film von Keira Knightley, der im Original “Begin Again” heißt und bei uns in Deutschland unter “If A Song Can Save Your Life” läuft. Ein hinreißendes Plädoyer für die Kraft der Musik und die Lust am Leben. Wer nicht zumindest leicht beschwingt oder mit einem Lächeln aus dem Saal geht, bei dem stimmt was nicht, würde ich ganz frech behaupten. Aber überzeugt euch selbst.

Peter Lindbergh . Léa Seydoux . Interview Magazine //

Zurück aus der Sommerpause eröffnet das Interview Magazine die Saison mit einer Photographer’s Issue, sprich einer September-Ausgabe, die sich ganz einigen großen Namen des Fachs widmet. Da wären beispielsweise Mikael Jansson und Craig McDean, auch Steven Klein und Mert & Marcus. Und natürlich Peter Lindbergh. Beweisen muss gerade er nichts mehr, im Gegenteil. Seine Aufnahmen der Supermodels aus den 90ern sind Ikonen, weltberühmt. Wie er, der Deutsche, der mit Kultur und Kunst erst spät in Berührung kam, weil es das Umfeld daheim einfach nicht hergab. Van Goghs Gemälde führten ihn über ein abgebrochenes Studium an der Berliner Kunstakademie und Jahre des Reisens durch Europa – u.a. nach Arles – schließlich zur Fotografie. Mode bot ihm den Vorwand, mit größtmöglicher Freiheit zu arbeiten und Veröffentlichungen in Magazinen zu bekommen. Erst kam die Werbung, dann kamen die Magazine. Und somit auch sein Durchbruch.

» Photography gives you the opportunity to use your sensibility and everything you are to say something about and be part of the world around you. In this way, you might discover who you are, and with a little luck, you might discover something much larger than yourself. No? «

In dieser Photographer’s Issue durfte die französische Schauspielerin Léa Seydoux ihr Talent als Fragestellerin beweisen im persönlichen Gespräch mit ihrem Fotografen. Das ist ungewöhnlich, aber für diese spezielle Ausgabe eine schöne Idee, wie ich finde. Andere Paarungen sind u.a. Mikael Jansson und Daria Werbowy oder Steven Klein und Nicole Kidman. Auf eine weitere, nämlich Patrick Demarchelier und Keira Knightley, werde ich in einem nächsten Beitrag noch zu sprechen kommen aus gutem Grund.

Doch jetzt kurz zu Peter Lindbergh und obiger Strecke: Man erkennt bei so ziemlich jeder seiner Arbeiten, dass er nicht bloß ein Foto schießt, sondern eigentlich einen Film erzählt. Er ersinnt Geschichten, die als Ausgangspunkt für seine Produktionen dienen. Geschichten, die den Rahmen setzen, in dem er, der Fotograf, und seine Modelle sich bewegen. Dass er vor allem mit natürlichem Licht, in Schwarz/Weiß und ohne große Retusche operiert, ist wohl bekannt, und dennoch unterstützt all dies seinen filmischen Ansatz. In der Vogue Italia erscheint dieser Tage eine Strecke, die exakt nach diesem Muster funktioniert. Es sind Portraits, die er schießt. Portraits zumeist von starken Frauen. Die Mode gehört irgendwie dazu, bleibt aber Beiwerk. So wie jeder Film eine passende Ausstattung braucht, so braucht auch Lindbergh sie für seine Aufnahmen. Es ist nicht schrill und nicht hip, aber ungemein zeitlos und von klassischer Schönheit, was Peter Lindbergh ein ums andere Mal erschafft. Und genau das zeichnet ihn vor vielen anderen aus.

Das Gespräch mit Léa Seydoux könnt ihr hier nachlesen. Die neue September-Ausgabe des Interview Magazine findet ihr am gut sortierten Kiosk.

Julian Broad . Tabitha Simmons . Charlotte Dellal . Gaia Repossi . Vogue Deutsch //

In der frisch erschienenen September-Ausgabe der deutschen Vogue fand ich eine kleine Reihe an Features über Frauen, deren Namen man so nicht zu kennen meint, aber die in der Modewelt überaus klangvoll und bedeutend sind: Tabitha Simmons (oben), Charlotte Dellal (Mitte) und Gaia Repossi (unten). Fotografiert wurden sie von Julian Broad.

  • Tabitha Simmons entwirft nicht nur Schuhe, sondern begann ihre Karriere als Model und wechselte dann schnell hinter die Kamera als Stylistin. Heute ist sie eine der Begehrtesten ihres Fachs, ihr Mann ist Craig McDean, seines Zeichens einer der begehrtesten Modefotografen. Das passt rein von den Fakten her doch ganz gut. Ihre Schuhkreationen sind meist zeitlos und ruhiger als diejenigen anderer Designer, aber gleichzeitig elegant, raffiniert und mit einer Prise Rock’n’Roll. Dass die 43-Jährige ihre beiden Jobs, die sie liebt, noch vereinen kann, verdankt sie nicht zuletzt ihren Teams, die für sie arbeiten. Anders wäre es nicht möglich. Julian Broad war wohl angetan im Vogue-Shooting, als er in Rekordzeit eine Reihe toller Portraits im Kasten hatte. Kann man verstehen.
  • Charlotte Dellal hat’s auch mit Schuhen, allerdings sind ihre Entwürfe verspielter, verrückter und nicht zwanghaft ernst gemeint. Ihr Label Charlotte Olympia rief sie 2008 ins Leben. Als Tochter eines 70er-Jahre-Topmodels und des Immobilienmagnaten Guy Dellal wurde sie 1981 in Kapstadt geboren, wuchs zwischen den Stränden von Ipanema und dem feinen Londoner Stadtteil Kensington auf. Ihre jüngere Schwester Alice ist ebenfalls als Model tätig, ihre vier Brüder verdingen sich im Kunstgeschäft und verkehren in der High Society. Noch Fragen? Eigentlich nicht. Ach ja, dreifache Mutter ist sie. Und an Horoskope glaubt sie nicht, wenngleich sie jedem Sternzeichen einen Schuh und eine Clutch gewidmet hat. Das alte Hollywood taugt für Charlotte Dellal als Hauptinspiration, daher gab es lange Zeit auch keine flachen Schuhe in ihren Kollektionen. Das hat sich mittlerweile geändert.
  • Zu guter Letzt eine Frau, die keine Schuhe entwirft, sondern Schmuck: Gaia Repossi. Dabei hatte die heute 28-Jährige früher gar kein Interesse daran, das Geschäft ihres Vaters fortzuführen. Sie wollte lieber malen und schrieb sich an der Sorbonne ein für bildende Kunst und Archäologie. Doch das lastete sie nicht aus und so wurde sie neugierig auf den Juwelierberuf und mit 20 Jahren stellte ihr Vater sie als Kreativdirektorin ein. Sie brachte einen frischen Blick von außen mit und wagte Neues. Mit Erfolg. Nebenbei machte sie doch noch ihren Master in Archäologie. Mit der 2011er Kollektion “Berbère”, die sehr puristisch war, schaffte sie nicht nur den Durchbruch, sondern zeigte vielmehr der Branche, wie moderner Schmuck auszusehen hat: es ist solcher, den man problemlos zur edlen Robe wie zur Jeans tragen kann. Das hatte was Revolutionäres. Gaia Repossi hat eine klare Vorstellung und kann sehr radikal sein, macht nur, was ihr gefällt. Und sollte sie irgendwann das Gefühl haben, dem Familienunternehmen nichts mehr geben zu können, würde sie wohl nicht zögern, es zu verlassen. Die Malerei ist überdies Bestandteil ihres Lebens geblieben: Ihr Verlobter ist der New Yorker Maler Jeremy Everett.

Die kompletten Features gibt’s in der aktuellen deutschen Vogue zum nachlesen. Sehr empfehlenswert, muss ich sagen. Und das Portfolio von Julian Broad findet ihr hier: www.julianbroad.com.

Lars Kemnitz . Sönke “L’Man” Lehmann . Kämmer vs L’Man //

Als ich im Juli meinem guten Freund Sönke “L’Man” Lehmann in Berlin einen Besuch abstattete, nutzte ich die Chance, ein paar spontane Portraits zu schießen – auf dem Flugfeld in Tempelhof, wo dunkle schwere Wolken ein mögliches Unwetter andeuteten, und daheim in Mitte. Neben seiner Tätigkeit als IT-Manager arbeitet er kontinuierlich an seinen Fähigkeiten als DJ. Wie wenige von euch wohl wissen, einfach weil es hier kaum Thema war, haben wir gemeinsam vor gut sieben Jahren das Projekt Kämmer vs L’Man ins leben gerufen, wobei Kämmer mein Künstlername ist. Lange Zeit basierte es vor allem auf seltenen, aber wiederkehrenden Gelegenheiten zum DJing inklusive der jährlichen Mix-Reihe 24 SESSION.

Irgendwann begann ich, mich fürs Produzieren elektronischer Musik zu begeistern. Und lange haderte ich mit mir und meinen Tracks und überhaupt mit der Idee des Produzierens. Vor mehr als drei Jahren dann gründete ich ein eigenes Netlabel namens echolot, das im ersten Jahr mit zwei Releases aus eigener Feder versorgt wurde. Dann schlief es leider etwas ein. Doch glücklicherweise wird es demnächst wieder aufwachen können mit einem tollen neuen Release eines Freundes und Label-Neuzugangs. Mehr dazu dann bei Zeiten. Bei all dem war der L’Man immer ein Teil des Ganzen. Und mittlerweile haben sich seine DJ Skills und meine Production Skills soweit entwickelt, dass wir Lust haben, mehr zu machen. Was das sein wird und wie, wissen wir selbst noch nicht. Nur dass wir’s wollen.

Von daher freuen wir uns natürlich über neue Hörer. Es haben sich in den vergangenen Jahren viele sehr sehr schöne Live Mixes angesammelt, die bei Mixcloud und auf unserer frisch überarbeiteten Website auf Neugierige warten. Alle Aufnahmen aus obiger Serie finden sich auch auf www.kemnitzkannenberg.com.

Erik Madigan Heck . Katrin Thormann . Harper’s Bazaar UK //

Wie zwischen Sommer und Herbst fühlt es sich derzeit an, wenn ich vor die Haustür trete. Dabei lag ich vor zwei Wochen noch im Liegestuhl am Meer. So schnell kann’s gehen. Und doch bleibt Hoffnung auf einen angenehmen Spätsommer. Vielleicht im September, wie wär’s? Naja, passend dazu hatte ich obiges Editorial zurückgelegt, dass den Spagat zwischen den Saisons ganz gut verkörpert, wie ich finde. Bei einigen Aufnahmen gewinnt man den Eindruck, auf einer sommerlichen, impressionistischen Blumenwiese zu weilen, die Renoir nicht besser hätte malen können. Auf anderen wiederum scheint es, als sei die Luft doch schon etwas kühler geworden. Alles umhüllend, auch die bezaubernde Katrin Thormann, legt sich ein Blütenteppich, der sich anschickt, mit aller Kraft jeden Zweifel zu vertreiben, dass bald Herbstzeit naht. Und wer könnte dies besser in Szene setzen und festhalten als Erik Madigan Heck, dessen Aufnahmen hier unter dem Titel “Into the Woods” in der neuen Harper’s Bazaar UK erscheinen. En gros betrachtet, fängt’s durchaus irgendwann an vor den Augen zu flimmern, aber Aufnahme für Aufnahme betrachtet, offenbart sich die Schönheit im Detail. Eriks Portfolio findet ihr hier: www.maisondesprit.com.

Geordie Wood . Ashley Smith . Tidal Magazine //

Kürzlich entdeckte ich diese Serie an Portraits des Topmodels Ashley Smith, die in der ersten Ausgabe eines neuen Magazins erschienen sind. Viel zu recherchieren gab’s nicht zum Tidal Magazine. Deutlich mehr jedoch zum Mann hinter den Aufnahmen: Fotograf Geordie Wood, Endzwanziger aus der Bostoner Vorstadt, der zuerst Fotojournalismus studiert hatte, bis er merkte, dass ihm die Wege zu eingefahren, die Lehre zu akademisch und die Arbeitsweise nicht kreativ genug waren. Also begann er erneut und landete schließlich unvermutet, aber überglücklich als Photo Editor bei The FADER, der Musikbibel aus New York, die seit 1998 immer wieder ein gutes Händchen beweist und jene in den Fokus rückt, aus denen später einmal Stars werden. Da The FADER so gut wie nie auf Stock-Fotografie zurückgreift, werden alle Features in Auftrag gegeben. Geordie kümmert sich um all dies und übernimmt auch selbst den einen oder anderen Job, wobei er seine Dienste dem Magazin nur in Teilzeit zur Verfügung stellt. Den Rest seiner Zeit widmet er eigenen Kunden und erledigt Aufträge für viele namhafte Publikationen.

Ich mag seine Bildsprache sehr. Sie hat mich sofort fasziniert. Auch für The FADER gibt es großartige Serien u.a. von A$AP Rocky oder King Krule. Das Tidal Magazine bringt nun Aufnahmen, die in Richtung Fashion deuten, aber auch eine private Seite des Topmodels zeigen und dabei vom Look her ganz “made in USA” daherkommen. Wer mal stöbern will, was es noch zu entdecken gibt, dem sei Geordies Portfolio empfohlen: www.geordiewood.com. Die Seite von The FADER findet ihr hier: www.thefader.com. Und das Tidal Magazine gibt’s hier: www.tidal-mag.com.

Lars Kemnitz . India Roth . Schauspielportraits //

Heute wieder in eigener Sache: Denn im Juni durfte ich eine ganze Reihe neuer Portraits von und für eine liebe Freundin von mir schießen, die Schauspielerin India Roth. Dass ich diese Reihe sehr mag, liegt vermutlich daran, dass die unterschiedlichen Orte und Outfits sich so harmonisch zusammenfügen, man unbekümmert Fotos kombinieren kann, ohne dass ein Bruch entsteht. Und dabei ergeben all die verschiedenen Facetten letztendlich einen Gesamteindruck, der viel über die Persönlichkeit und das Potential verrät. Dass die Aufnahmen darüber hinaus auch ästhetisch gelungen sind, macht für mich als Fotografen die Sache rund. Und happy macht’s auch, freilich. Wer also mehr über India erfahren will, dem lege ich ihre Website ans Herz: www.indiaroth.de. Noch mehr Fotos aus dieser Reihe findet ihr ab jetzt auf www.kemnitzkannenberg.com.

Boe Marion . Lykke Li . ELLE Sweden //

Als ich heute seit Längerem aus reiner Neugier wieder das Portfolio des norwegischen Duos Boe Marion aufrief, hielt es mich etliche Minuten fasziniert am Scrollrad – die schiere Schönheit und Kunstfertigkeit der letzten Arbeiten, die dort zu sehen sind, ist außergewöhnlich. Und es zeigt sich erneut, dass Mode immer erst durch die Inszenierung zu leben beginnt. Bei Boe Marion entsteht rund um Mode ein visueller Rausch, der sich aus Farben, Texturen, Kompositionen, Lichtstimmungen und Orten speist, die allesamt nur gemeinsam ein Bild komplettieren. Doch dieses Bild hat dann eine Urkraft, die es vermag, den Blick des Betrachters zu fesseln. Fotografie mit Mitteln der Malerei und umgekehrt – übergangslos ergänzt das eine das jeweils andere. Obiges Editorial aus der Mai-Ausgabe der schwedischen ELLE mit der dunklen Pop-Fee Lykke Li, deren Erscheinung ja oft etwas Unerklärliches umweht, war es mir Wert, es, obgleich nicht ganz aktuell, hier und heute zu posten. Gerade weil alle Zutaten, wie eben aufgezählt, so zusammenwirken, dass es ein Fest fürs Auge ist. Mehr davon hier: www.boemarion.com.

Lars Kemnitz . S/W – Ab jetzt erhältlich auf selekkt.com //

Mit Freude kann ich mitteilen, dass mein Bildband “S/W” ab jetzt beim Online-Shop selekkt.com erhältlich ist. Es sind nur wenige Exemplare der streng limitieren Auflage verfügbar, die auf jeden Fall nicht nachgedruckt wird. D.h. wer zuerst kommt, hat die besten Chancen. Alle Exemplare sind von mir eigens signiert und handnummeriert worden. Der Versand bei selekkt.com erfolgt nur innerhalb Deutschlands. Falls außerhalb Deutschlands Interesse besteht, gerne eine Mail an mich schreiben: shop@larskemnitz.com.

Hier geht’s zum Shop: selekkt.com/lars-kemnitz-s-w.html. Dort finden sich auch detailliertere Infos zum Bildband sowie Preis und Versandkosten. Beide in “S/W” enthaltenen Serien – sowohl “Sommer" als auch "Winter" – kann man komplett auf unserer Kemnitz+Kannenberg Website einsehen. Und hier im Fundbureau erschienen bisher folgende Beiträge zum Thema – für alle, die gerne nachlesen möchten, was mich zu diesem Projekt bewegt hat: Teil 1 und Teil 2. Ich würde mich über fleißiges Sharing freuen!

Tim Walker . “Wizard” . LOVE Magazine //

Was wäre eine Ausgabe des LOVE Magazine, der britischen Independent Modebibel von Katy Grand, ohne einen Beitrag von Tim Walker, jenem kreativen Genie, dem offensichtlich niemals seine eigenwilligen Ideen auszugehen scheinen? Kaum denkbar! Daher pflege ich hier im Fundbureau die gute und absolut begründete Tradition, jeden dieser Beiträge vorzustellen.

Die Herbst/Winter-Ausgabe steht nun vor der Tür und ist wieder bis zum Zerbersten vollgestopft mit allerlei ausgezeichnetem visuellen Futter. Tim Walker steuert dieses Mal eine umfangreiche Serie bei unter dem Titel “Wizard”. Und so sucht man gleich den Zauber, das Magische, das der Titel verspricht und das sich an manchen Stellen zweifellos finden, an wiederum anderen mit Fantasie vermuten lässt. Als blicke man durch ein Fernrohr in eine fremde, ja schwer erklärbare Welt; Walker spielt mit Sehgewohnheiten, mit bekannten (biblischen) Symbolen, mit dem Reiz der Unschuld, der Opulenz der Mode und mischt eine Prise skurrile Britishness und jene Motive bei, die sich durch sein gesamtes Werk ziehen, wie beispielsweise die Faszination für Puppen. Er nutzt die Freiheit, die man ihm gibt, zur Gänze aus. Und so entsteht immer ein Reigen, der sich besonders durch seine Vielschichtigkeit, seine Vielseitigkeit und den Mut zu gelegentlichen, bewussten, stilistischen Brüchen von all dem abgrenzt, was man anderswo her kennt. Und dabei bedarf es auch gerne eines Umfangs von 20+ Doppelseiten, um das Füllhorn vollends zu entleeren. Die komplette Serie gibt’s in der neuen Ausgabe des LOVE Magazine, das Portfolio im neuen Gewand hier: www.timwalkerphotography.com.

Erik Madigan Heck . Guinevere van Seenus . “The High Priestess” . Creem Magazine //

Neulich stieß ich auf ein überaus kunstvolles Editorial in der neuesten Ausgabe des Creem Magazine. Es stellte sich heraus, dass es sich eigentlich um einen Film handelt, den Fotograf Erik Madigan Heck für und mit Model Guinevere van Seenus in und um ein altes Anwesen in Upstate New York gemacht hat. Dieser Film wiederum ist eigentlich eine Collage aus Fotos, Musik und gesprochenem Wort. Auf Altniederländisch wird ein Gedicht von Jan Luyken vorgelesen, während ein Rework von Arvo Pärts “L’Abbé Agathon” erklingt. Und Pate für diese dichte, unheimlich wirkende Serie stand die Legende um Päpstin Johanna, eine gelehrte Frau, die sich als Mann ausgegeben und als Papst amtiert haben soll. Handfeste Beweise in der Geschichtswissenschaft gibt es dafür kaum. Umso mehr eignet sich dieser Stoff als hervorragende Inspirationsquelle, so muss sich das auch Erik Madigan Heck gedacht haben. Der Mann ist ohnehin gut im Geschäft derzeit. Und dennoch erkennt man stets seine Handschrift, der er treu bleibt – ganz gleich, ob es sich um ein freies Projekt oder eine kommerzielle Arbeit handelt. Auch hier im Fundbureau habe diesen Herren schon vorgestellt (nachzulesen hier und hier). Den Film könnt ihr entspannt bei Nowness sehen und das Portfolio gibt’s hier: www.maisondesprit.com.