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New Nordic . Louisiana Museum of Modern Art //

Ein schönes Wochenende war’s in Kopenhagen. Und es stand ein wenig oder ein wenig mehr im Zeichen der Architektur. Eigentlich gar nicht so ein Steckenpferd von mir, aber die klare, funktionale und dabei überaus ästhetische nordische Architektur hat es mir angetan, zugegeben. Und so ging ich dann doch beobachtend, staunend, lesend durch die aktuelle Ausstellung im Louisiana Museum of Modern Art, welches ca. 40 Minuten nördlich von Kopenhagen in Humlebæk liegt, ganz und gar idyllisch in einen alten Park eingebettet und an guten Tagen mit direkter Sicht aufs schwedische Øresund-Ufer. Mit “New Nordic - Architecture & Identity” spürt die Schau der nordischen Identität nach und ergründet deren Einfluss auf Bauwerke aus der letzten Dekade. Meisterhafte Konstruktionen aus Dänemark, Schweden, Norwegen, Island, Finnland und Grönland (zu Dänemark gehörend) dienen als Beispiele, um zu verstehen, was das “Nordische” auszeichnet. Eine besondere Liebe zu Materialien lässt sich ausmachen, Einklang von Mensch und Natur, das Verschmelzen von Form und Landschaft beziehungsweise die gegenseitige Spiegelung des einen im anderen, die immanente Bedeutung von Licht und Lichtverwertung, insbesondere dann, wenn die Sonne im hohen Norden kaum aufgeht – all das ist Teil des nordischen Architekturverständnisses. Wie kann ein optimaler, gemeinnütziger Bau aussehen, beispielsweise eine Bibliothek oder ein Kolleg? Oder eine kulturelle Institution wie ein Opernhaus? Eine Sportstätte? Viele Bedürfnisse erfordern spezielle, durchdachte und in Einklang mit Umwelt und Umgebung stehende Lösungen. Etliche nordische Architekturbüros und einzelne Architekten haben in den vergangenen 10 Jahren ihren Tribut dazu geleistet, ihre Vision verwirklicht. Und schaut man sich in Kopenhagen genau um, lässt sich ohne Probleme das eine oder andere konkrete Beispiel in Realität betrachten. Am meisten beeindrucken aber, wie ich finde, jene Werke, die in der Abgeschiedenheit nördlicher Breiten, umgeben von karger, rauer Landschaft wie Monolithen des Fortschritts stehen und im Zusammenspiel mit ihrem Umland eine einzigartige Wirkung entfalten können wie das Nationalmuseum in Grönlands Hauptstadt Nuuk (2. Reihe). Auch das neue Konzerthaus in Reykjavik, Harpa genannt, tritt quasi in Dialog mit der Beschaffenheit der Vulkaninsel und schimmert Prismen-gleich im Sonnenlicht, immer anders, aber wunderschön (1. Reihe, rechts). Oslos Operaen senkt sich zum Wasser hin und ist dank ihres begehbaren Daches bereits mit Auszeichnungen und Anerkennung bedacht worden (3. Reihe, rechts). Das runde Tietgenkollegiet in Kopenhagen zeigt, wie das gemeinschaftliche Miteinander unter Studenten in Zukunft aussehen könnte (3. Reihe, links).

Für mich waren es neue Einblicke, Eindrücke und auch Inspirationen. Daher: Empfehlung! Ebenso für Nicht-Architektur-Junkies. Der ansprechende Mix aus Modellen, Filmen, Bildern und begehbaren Konstruktionen dürfte gefallen. Die Ausstellung läuft noch bis 21. Oktober. Mehr Infos gibt es hier: www.louisiana.dk

  1. bn-ivr hat diesen Eintrag von larsfundbureau gerebloggt
  2. e-mannka hat diesen Eintrag von larsfundbureau gerebloggt
  3. anniethinggoes hat diesen Eintrag von larsfundbureau gerebloggt und das hinzugefügt:
    such a fantastic exhibit
  4. von larsfundbureau gepostet