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ZEIT FOTOGRAFIE oder “Wie macht man ein gutes Bild?” //

Wer nie zur Wochenzeitung DIE ZEIT greift, der verpasst das oft wirklich gute ZEITmagazin, das sich über viele Jahre einen außerordentlichen Ruf erarbeitet hat. Nicht zuletzt wegen der Bildauswahl. Fotografen sind wie Menschen des schreibenden Fachs Autoren, die ihre Geschichten erzählen – nur eben nicht in Form von Worten. Text und Bild können sich dabei ergänzen oder aber auch nebeneinander existieren. Die hohe Erwartung an ein gutes Bild ist ja, dass es alleine stehend funktionieren kann. Ohne Erklärung. Ohne viel Blabla.

Was ein wahrhaft gutes Bild auszeichnet, wie man es macht und was Fotografie-Legende F.C. Gundlach darüber denkt, das findet sich aktuell in ZEIT FOTOGRAFIE, dem ersten Sonderheft des Magazins, das sich nur der Fotografie widmet. Gundlach, anerkannter Sammler, Gründungsdirektor des “Haus der Fotografie” der Hamburger Deichtorhallen und mittlerweile 86 Jahre alt, steht Pate für diese erste Ausgabe. Nicht nur fürs Doppelcover, das ihn damals als 30-Jährigen zeigt und heute, sondern auch im Interview und als bemühten Ratgeber, der sich den Leserfragen rund ums Thema “Was macht ein gutes Bild aus?” annimmt.

Essenz vieler Antworten ist es, – und das lässt sich auch in etlichen Beiträgen auf ZEIT ONLINE nachlesen, die begleitend zum Heft eine Themenwoche eingeläutet haben – dass im Grunde keine Rolle spielt, mit welcher Technik man ein Bild aufnimmt, sondern vielmehr die Intention und das fotografische Auge zählt. Ein iPhone-Foto kann die gleiche Ausdruckskraft haben wie eines, das mit einer schweren Großformatkamera entstanden ist. Mit dem Unterschied, dass dieser Tage fast jeder ein Smartphone immer und überall verfügbar hat und so auch eine Kamera. Fotografie ist keine Sache mehr für einige Wenige. Jeder kann “knipsen”. Welche Qualität das Geknipste am Ende hat, liegt an der Erfahrung und dem Gespür des Knipsenden. Wer Talent hat und viel übt, sein Auge schult, experimentiert, der weiß irgendwann, wie er oder sie ein gutes Foto erzielen kann.

Dass ein solches gutes Foto manchmal auch ein Zufallsprodukt sein kann (oder Fügung, je nach Betrachtung), davon können namhafte Fotografen ihre ganz eigenen Geschichten erzählen. Wie beispielsweise Jonas Unger, der Gérard Depardieu auf einem Motorroller auf dem Weg zu seinem Weinanbaugebiet in Anjou, Frankreich ablichtete. Liegend auf der Ablage eines Trucks mit einer Mittelformatkamera. Solche Schüsse sind Raritäten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Unger 2011 für seine im ZEITmagazin Nr. 41/2010 erschienenen Bilder einen Lead Award in Gold gewann. 2010 erhielt diese Auszeichnung Axel Hoedt für eine freie Strecke über alemannische Fastnachtskostüme, die im ZEITmagazin Nr. 9/2009 in Auszügen gedruckt wurde.

Das ZEITmagazin trifft mit seiner Bildauswahl meist den Nerv der Zeit oder provoziert gezielt. Das kommt ganz darauf an, was die Redaktion sagen möchte oder für sinnvoll erachtet, welche Stimmung dem Leser vermittelt werden soll. Wenn es also passt, dann wird auch ein Kriegsfotograf losgeschickt, um eine Modestrecke zu machen. Warum nicht? Was zählt, ist das Resultat. Hier verhält es sich wie mit der Technik. Man kann, muss aber nicht. Möglichkeiten gibt es unendlich viele. Man muss für sich selbst nur klären, womit man am besten welche Ergebnisse erreichen kann. An dieser Stelle beende ich lieber meine Ausführungen, bevor’s hier viiiieeeel zu lang wird. Aber verständlicherweise liegt mir das Thema sehr am Herzen und größtenteils kann ich das im Sonderheft Dargelegte auch teilen. So wünsche ich euch ein schönes Wochenende. Geht’s raus und macht’s Bilder, Freunde! Und schaut beim Kiosk eures Vertrauens vorbei!

Abschließend noch ein paar vertiefende Links. Die Leserfragen an F.C. Gundlach und seine Antworten liest man hier. Der Pionier der iPhone-Fotografie Richard Koci Hernandez ist hier im Interview. Einen Einblick ins traditionelle Analog-Printing im Fotolabor gibt es als Video hier. Und sonst kann man derzeit auf ZEIT ONLINE einiges Weiteres zum Thema entdecken: www.zeit.de.

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